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Motortechnik : Die Direkteinspritzung kommt schon heute

  • -Aktualisiert am

Mit bis zu 200 bar: BMWs strahlgeführte Direkteinspritzung Bild: Hersteller

Deutsche Autobauer setzen schon heute auf Benzin-Direkteinspritzung um die CO2-Emissionen zu reduzieren. Volkswagen und seine Töchter bieten die mit Abstand größte Auswahl.

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          Vor allem die deutschen Hersteller setzen auf Benzin-Direkteinspritzung zur CO2-Reduktion. Der VW-Konzern mit seinen Tochtermarken Audi, Seat und Skoda bietet dabei die mit Abstand größte Auswahl. Außer im Fox und Polo sind vom Golf bis zum Touareg fast 30 Volkswagen-Modelle mit Direkteinspritzung zu haben. Bei Audi ist sie bereits in sämtliche Modellreihen vorgedrungen, nur noch die Einstiegsmotorisierungen greifen auf Kanaleinspritzung zurück.

          Die VW-Kürzel FSI stehen dabei jeweils für Saugmotoren, TSI für die doppelt aufgeladenen kleinen VW-Vierzylinder und TFSI für die Turbo-Vierzylinder von Audi. Die Leistungsbandbreite reicht von 85 kW (115 PS) beim 1,6-Liter-FSI bis zum 4,2-Liter-V8 mit 257 kW (350 PS). Alle Motoren laufen homogen mit Super (95 ROZ), worin VW (noch) einen höheren Kundennutzen sieht als bei der Direkteinspritzung mit Schichtladung, die teures, schwefelfreies Super Plus verlangt. Bei den Vierzylindern verfolgt der Konzern (künftig) konsequent das Downsizing-Konzept mit einfacher oder doppelter Aufladung, die Sechs- und Achtzylinder sind Sauger.

          Durchweg homogen ohne Schichtladung

          Nach dem gleichen Downsizing-Muster arbeiten die von BMW und PSA entwickelten 1,6-Liter-Vierzylinder-Turbo für den Mini Cooper S und die Peugeot-Modelle 207/308. Das Leistungsband reicht von 110 kW (150 PS) bis annähernd 147 kW (200 PS). Bei Opel gibt es den 2,2-Liter-Vierzylinder-DI (114 kW/155 PS) als Saugmotor im Vectra, Signum und Zafira, der GT nutzt einen Zweiliter-Turbo mit Direkteinspritzung und 195 kW (265 PS). Bei Alfa Romeo heißen Direkteinspritzer JTS und sind im Typ 159, im Brera und im Spider als 2,2-Liter-Vierzylinder (136 kW/185 PS) und als V6 (191 kW/260 PS) mit 3,2 Liter Hubraum zu haben.

          Und Porsche hat beim Facelift des Cayenne alle Benziner vom Sechszylinder bis zum V8-Turbo auf Direkteinspritzung umgestellt, hier DFI genannt. Toyota bietet Direkteinspritzung in den Lexus-Modellen GS 450 h und LS 460 an, die noch von einer Saugrohreinspritzung unterstützt wird. Die genannten Motoren laufen durchweg homogen ohne Schichtladung und zusätzliche Abgasnachbehandlung (Denox-Kat), sind also prinzipiell international einsetzbar.

          Eindrucksvolle Verbrauchswerte

          Mercedes-Benz führte als erster Hersteller die zweite Generation der Schichtlade-Direkteinspritzung mit Strahlführung ein. Allerdings ohne signifikanten Flotteneffekt, denn bisher ist diese nur im CLS 350 CGI erhältlich. BMW dagegen geht auf breiter Front mit Schichtladung in Serie. Alle Vier-und Sechszylinder sind (in Europa) mit strahlgeführter Direkteinspritzung lieferbar, die Achtzylinder folgen später. Die in den Baureihen 1 bis 6 angebotenen BMW DI-Modelle warten mit eindrucksvollen Verbrauchswerten im EU-Zyklus auf, die zu einer deutlich gesunkenen CO2-Bilanz der BMW Group beitragen.

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