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Mainz : Uniklinik beklagt zu viel Fluglärm

Der Lärm des Flughafen Frankfurts sorgt seit Jahren für Streit. Bild: dpa

4200 landende und startende Flugzeuge jeden Monat mit einem Lärmpegel von bis zu 76 Dezibel: Die Uni-Klinik Mainz hat ihre Fluglärmbelastung gemessen und fordert einen Runden Tisch.

          Die seit einem Jahr auf dem Dach der Universitätsmedizin in Mainz betriebene Lärmmessstation belegt, dass das Klinikum monatlich von 4200 in Frankfurt landenden und von dort aus startenden Flugzeugen überflogen wird. Dabei liege der maximal erhobene Lärmpegel in der Regel bei 60 bis 65 Dezibel, wurde am Freitag mitgeteilt. Einzelne der täglich rund 140 Überflüge sorgten sogar für Spitzenwerte von bis zu 76 Dezibel, womit die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Höchstwerte für die Nachtstunden um mehr als 20 Dezibel überschritten seien.

          Markus Schug

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Mainz und für den Kreis Groß-Gerau.

          „Die Universitätsmedizin ist nicht nur bei Ostwind, sondern auch bei Westwind betroffen“, sagte Stefan Hill, der Leiter des Landesamts für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht. Die Störung der Nachtruhe könne sich vor allem für schwerkranke Patienten negativ auswirken, sagte der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Alexander Schweitzer (SPD).

          Die Einberufung eines Runden Tischs und „Sofortmaßnahmen zum Schutz unserer Patienten“ fordert der Herzspezialist Thomas Münzel, der in einer Studie auf die Gesundheitsgefährdung durch Fluglärm hingewiesen hat. Noch immer werde das Klinikgelände mit zu geringem Abstand überflogen. Die Mainzer Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner (Die Grünen) bemängelte, dass bei den geltenden Berechnungsverfahren mit gemittelten Werten gearbeitet werde, „dass einzelne Lärmspitzen sozusagen weggerechnet werden“.

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