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Leserbrief : Taschenfüllen für alle

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Zur Wirtschaftsglosse "Blind wie die IG Metall" von Sven Astheimer (F.A.Z. vom 13. Oktober): Selbst nicht betroffen (ein Viertel meiner fast 50 Jahre langen Berufsausübung war ich kaufmännischer Angestellter und drei Viertel selbständiger ...

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          Zur Wirtschaftsglosse "Blind wie die IG Metall" von Sven Astheimer (F.A.Z. vom 13. Oktober): Selbst nicht betroffen (ein Viertel meiner fast 50 Jahre langen Berufsausübung war ich kaufmännischer Angestellter und drei Viertel selbständiger Gewerbetreibender), widerspreche ich dem Kommentar energisch. Die Gewerkschaftsbosse wären ihre Jobs nicht wert, wenn sie eine deutliche Lohnerhöhung für die Metallarbeiter nicht durchsetzten. Auf breiter Front füllte man sich die Taschen, spezielle Berufsgruppen mit Zuwächsen von 11 Prozent, 13 Prozent bis zu circa 25 Prozent (Letztere in zwei Raten).

          Der öffentliche Dienst nahm sich immerhin 8 Prozent mehr. Bahndirektion und Stadtverwaltungen nennen Preiserhöhungen offen als Folge. Im Gesundheitswesen hat man sich nicht lange beim Zuschlagen geziert. Von der Entwicklung bei Lebensmitteln und Energie ganz zu schweigen. Nun sollen die Metallarbeiter die Gier der Banker nach jährlich zweistelligen Millionenprämien ausbaden. Es ist schon mehr als peinlich: Bei jeder Lohnforderung der Arbeitnehmer werden scheinheilige Gründe zum Maßhalten ins Feld geführt, obgleich jeder weiß, dass sie ohnehin die Verlierer sind. Maßhalten wäre woanders recht sinnvoll gewesen.

          PETER STÖRMER, WUPPERTAL

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