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Leserbrief : Der Krieg, kein Witz

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Der Anlass für die große Karikaturenausstellung in Sarajevo ("Der Krieg, ein Witz?", F.A.Z. vom 19. Juni) war die Präsentation von hundert politischen Karikaturen (nicht Cartoons), die im vergangenen Jahr im Kulturzentrum von Srebrenica ...

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          Der Anlass für die große Karikaturenausstellung in Sarajevo ("Der Krieg, ein Witz?", F.A.Z. vom 19. Juni) war die Präsentation von hundert politischen Karikaturen (nicht Cartoons), die im vergangenen Jahr im Kulturzentrum von Srebrenica zu sehen waren, eröffnet am zwölften Jahrestag des Gedenkens an den Massenmord an achttausend Männern. Die Einladung erfolgte vom Verein der Witwen und Kriegsopfer mit der Bitte, eine Auswahl zu treffen aus den über vierhundert Zeichnungen, die ich zu dem Thema publiziert habe; eine Besonderheit und eine große Ehre für einen in den Niederlanden wohnenden Zeichner, wenn man bedenkt, dass für die meisten Bosniaken "die" Holländer an der Katastrophe vom Juni 1995 die Hauptschuld tragen. Bekannt ist jedoch auch, dass ich kurz nach dem Zweiten Weltkrieg als Kommandant internationaler Jugendbrigaden dreimal an Aufbauprojekten in Bosnien mitgearbeitet habe und seit 1994 Hilfsprojekte für Schüler und Kinder von Flüchtlingen aus Srebrenica leite. Beim Besuch meiner vorjährigen Ausstellung "Bilder einer Tragödie" kam dem deutschen Botschafter Michael Schmunk die Idee, diese grafischen Signale gegen Krieg, Terror und Vertreibung in Sarajevo zu präsentieren, zusammen mit gezeichneten Kommentaren von zehn bosnischen Kollegen. Ein Politikum ersten Ranges, weil daran Kroaten, Serben und Bosniaken beteiligt sind. Ein weiterer Grund zur Freude ist eine Einladung, diese Bilder in Belgrad und Zagreb zu zeigen.

          FRITZ BEHRENDT, AMSTELVEEN

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