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Leserbrief : Berufshysteriker und sozialistische Krisengewinnler

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Was wir heute an den Finanzmärkten sehen, hat offenkundig nichts mehr mit unzureichend abgesicherten Hypotheken in den Vereinigten Staaten zu tun. Schuld an der jetzigen Situation sind daher weder unfähige Banker, gierige Manager, ...

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          Was wir heute an den Finanzmärkten sehen, hat offenkundig nichts mehr mit unzureichend abgesicherten Hypotheken in den Vereinigten Staaten zu tun. Schuld an der jetzigen Situation sind daher weder unfähige Banker, gierige Manager, Präsident Bush (der ja in Deutschland immer für jedes Übel verantwortlich ist) noch Alan Greenspan oder gar Ronald Reagan. Tatsächlich bräuchten wir jetzt mehr "Gier", wie sie beispielsweise Warren Buffett aufbringt, um die günstigen Kurse zu attraktiven Investments zu nutzen.

          Ursächlich für die gegenwärtige Situation ist offenbar eine sachlich nicht mehr begründete, sich nur noch selbst treibende Panik. Treiber der Krise sind damit alle Anleger, die jetzt in blinden Panikverkäufen ihr Vermögen verschleudern und die damit - wie bei jeder Panik - gleichzeitig Opfer und Täter sind. Daneben sind als Verursacher aber konkret die Panikmacher in den Medien zu nennen. Leider sind dies nicht nur die Berufshysteriker der ARD und sozialistische Krisengewinnler: Auch die F.A.Z. sollte ihre Wortwahl in der Berichterstattung deutlich sorgfältiger abwägen. Damit meine ich nicht einmal das Feuilleton, das jetzt meint, am Liberalismus sein Mütchen kühlen zu können: Zum einen habe ich gelernt, mich über das Feuilletonistengewäsch nicht mehr allzusehr aufzuregen, zum anderen dürfte dessen Einfluss auf die Marktteilnehmer glücklicherweise doch recht begrenzt sein.

          Vielmehr werden auch im Wirtschaftsteil Ausdrücke wie "Verstaatlichung der Banken in den USA" verwendet, wenn Paulson erwägt, den Banken zur Verbesserung ihrer Kapitalisierung eine Beteiligung des Staates anzubieten (nicht aufzuzwingen). Gerade in dieser emotional gespannten Situation sollte sich jeder Redakteur seiner Verantwortung bewusst sein und mit entsprechender Sorgfalt alle Übertreibungen oder auch nur aus Schlamperei entstandene Ungenauigkeiten vermeiden, die die Panik weiter schüren könnten.

          Martin Drees, Eppstein

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