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Fürstliche Schätze : Die Sammlung von Yves Saint Laurent

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Eine enorme Schätzung für eine einzigartige Kollektion: Gemeinsam mit seinem Lebenspartner Pierre Bergé sammelte der Modedesigner Yves Saint Laurent erlesene Kunst und Antiquitäten. In Paris kommen die prächtigen Werke aus seinem Nachlass jetzt zur Auktion - die Taxe liegt bei zweihundert bis dreihundert Millionen Euro.

          Paris kann sich auf eines der prächtigsten Ereignisse der Auktionsgeschichte freuen: Die Kunstsammlung des Modeschöpfers Yves Saint Laurent und seines Lebensgefährten und Geschäftspartners Pierre Bergé, eine der schönsten und umfassendsten privaten Sammlungen überhaupt, wird am 23., 24. und 25. Februar 2009 im Grand Palais zur Versteigerung kommen. Christie's und das Pariser Auktionshaus Pierre Bergé & Associés veranstalten die Auktion gemeinsam. Mehr als 700 Kunstwerke und -objekte von der Antike bis zur Moderne, von der Renaissance bis zum Art déco, daneben Gemälde und Zeichnungen Alter Meister kommen zum Aufruf.

          Der Gesamterlös der Sammlung ist „vernünftigerweise“, wie es in der gestrigen Ankündigung hieß, auf 200 bis 300 Millionen Millionen Euro geschätzt. Yves Saint Laurent und Pierre Bergé haben über Jahrzehnten mit untrüglichem Blick für höchste Qualität eine fast fürstliche Kollektion geschaffen. Charles und Marie-Laure de Noailles, die schon in den Zwanzigern und Dreißigern die Avantgarde favorisierten, waren ihr Vorbild: „Bei ihnen haben wir gelernt, Stile, Epochen und Kontinente zu mischen“, sagt Bergé.

          Aus getäfelten Räumen

          Der in den zwanziger Jahren von Jean-Michel Frank in Eiche getäfelte Grand Salon der Wohnung Saint Laurents in der Rue de Babylone birgt Art-déco-Möbel von Rateau, Ruhlmann oder Legrain, Gemälde von Géricault und Ingres, von Picasso, Léger und Matisse; die Vitrinen der „Schatzkammer“ enthalten Kostbarkeiten aus Achat, Jaspis, Lapislazuli und Bergkristall. Aus Bergés Domizil in der Rue Bonaparte kommt ein einzigartiges Emaille-Ensemble aus Limoges, neben zehn vergoldeten Silberpokalen aus dem ehemaligen Besitz des Hauses Hannover, erworben - wie die meisten Renaissanceobjekte - in der Pariser Galerie Kugel.

          Zu den Spitzenlosen der Moderne Kollektion, die der Christie's-Experte Thomas Seydoux als „höchstkarätiges Ensemble, das je zur Auktion kam“ bezeichnet, zählt Picassos Gemälde „Instruments de musique sur un guéridon“ von 1914, mit einer Schätzung von dreißig bis vierzig Millionen Euro. Der „Fauteuil aux dragons“ von Eileen Gray (Taxe 2,5/3,5 Millionen) sucht seinesgleichen auf dem Markt des Art déco. Yves Saint-Laurent, der im vergangen Juni starb, hat seinen Teil der Sammlung der „Stiftung Pierre Bergé- Yves Saint-Laurent“ vermacht. Bergé verkauft nun die gesamte Sammlung, um eine neue Stiftung zu gründen, die sich der Erforschung und der Bekämpfung von Aids widmen wird.

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