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Kommentar : Nicht ausbildungsreif

Zwei Auszubildende an einem Reaktor des Verfahrenstechnikums an der Sächsischen Bildungsgesellschaft für Umweltschutz und Chemieberufe Dresden. Bild: ZB

Firmen suchen gute Auszubildende. Doch vielen Schülern fehlt es an entscheidenden Qualifikationen. Dabei wird es am Arbeitsmarkt künftig weniger an Akademikern fehlen.

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          Deutsche Unternehmen wissen ihre Auszubildenden zu schätzen. Zwei Drittel von ihnen werden nach der Lehre übernommen, so viele wie noch nie. Und das restliche Drittel kann ebenso gut aus freien Stücken einen anderen Weg eingeschlagen haben. Die Entwicklung verwundert kaum, schließlich wissen kluge Personalchefs, wie viel Fachwissen sich in den kommenden Jahrzehnten mit den Babyboomern in den Ruhestand verabschieden wird. Fachkräfte horten heißt die Devise.

          Sven Astheimer
          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Denn der Mangel der Zukunft wird weniger an Akademikern als vielmehr an Meistern, Technikern und Facharbeitern bestehen. Wer sich heute in der Lehre engagiert, dem muss vor der beruflichen Zukunft nicht bange sein. Doch es gibt auch weniger Gutes vom Ausbildungsmarkt: Mehr Stellen bleiben mangels qualifizierter Kandidaten unbesetzt, und mehr Bewerber finden keinen passenden Platz.

          Ein Grund dafür liegt in der Bildungsexpansion: Abiturienten werden eben selten Bäcker. Ein anderer ist der Strukturwandel in der Wirtschaft. Ohne ausreichende Deutsch- und Mathekenntnisse kommt heute auch kein Handwerker mehr auf einen grünen Zweig. Solange jedoch rund 50.000 Mädchen und Jungen im Jahr ihre Schullaufbahn ohne jeglichen Abschluss beenden, heißt es deshalb noch viel zu oft: nicht ausbildungsreif.

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