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Juristen : Elite-Anwälte starten mit 100.000 Euro

„Unmenschliche Arbeitszeiten“ Bild: Röth, Frank

Die Unterschiede in den Einstiegsgehältern von Anwälten werden immer größer. In Spitzenkanzleien verdienen Elite-Berufsanfänger zwar über 100.000 Euro, als Einzelanwalt bleibt der Beginn ins Berufsleben aber sehr schwierig.

          Während viele internationale Wirtschaftskanzleien ihren Berufsanfängern mindestens 100.000 Euro brutto im Jahr zahlen, verdienen Einzelanwälte nach Angaben des Soldan Instituts für Anwaltsmanagement am Anfang durchschnittlich nur 28.800 Euro brutto im Jahr.

          Corinna Budras

          Redakteurin in der Wirtschaft und für Frankfurter Allgemeine Einspruch.

          Dabei ist das Gehalt für viele Elite-Absolventen nicht einmal das allein ausschlaggebende Kriterium. Vielmehr bieten Sozietäten im Wettbewerb um die besten Jura-Absolventen inzwischen auch umfangreiche Fortbildungsmaßnahmen, einen engen Kontakt zu Mandanten und Partnern und vor allen Dingen Hilfe in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wie eine Umfrage dieser Zeitung unter zwölf der größten Kanzleien Deutschlands ergab.

          Cord Brügmann, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Anwaltvereins, sagte, er sehe diese Entwicklung mit Sorge. Offensichtlich sei es trotz einiger Anstrengungen noch nicht gelungen, jenseits von hohen Gehältern überzeugende Arbeitsbedingungen zu entwickeln. „Die Kultur der Wirtschaftskanzleien ist noch immer so, dass der gewinnt, der 60 oder 70 Wochenstunden arbeitet“, sagte Brügmann. „Diese unmenschlichen Arbeitszeiten“ gebe es nicht nur in großen Kanzleien.

          Auch Anwälte in vielen kleineren Sozietäten arbeiteten so, räumte er ein. Er kritisierte ferner, dass es in Wirtschaftskanzleien bisher noch zu wenig akzeptiert sei, dass Anwälte nicht Partner würden, sondern Angestellte (Associates) blieben.

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