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Gesundheit am Arbeitsplatz : PR-Agentur will Mitarbeitern das Rauchen abgewöhnen

Richard Edelman, Chef der gleichnamigen PR-Agentur Bild: Röth, Frank

Richard Edelman, Chef der internationalen PR-Agentur Edelman will seinen Mitarbeitern das Rauchen abgewöhnen - auch in der Freizeit. Für jeden, der die Finger vom Glimmstängel lässt, gibt’s 2000 Dollar Belohnung.

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          Richard Edelman hat eine Mission: Der Vorstandsvorsitzende der internationalen PR-Agentur Edelman will seinen Mitarbeitern das Rauchen abgewöhnen. Nicht nur, dass die Büros rauchfrei sind. Auch in der Freizeit sollen die insgesamt mehr als 4500 Mitarbeiter in 63 Städten auf der Welt die Finger vom Glimmstängel lassen. In welche Niederlassung der 58 Jahre alte Edelman dieser Tage auch reist, überall wirbt er für sein Programm: 2000 Dollar für jeden, der zum Nichtraucher wird. Beweisen müssen die Mitarbeiter das nicht, es gilt das gegebene Wort. „Wehe, es wird jemand rückfällig“, sagt Edelman, der diese Woche zu Besuch in Frankfurt war, mit einem Schmunzeln. „Dann will ich mein Geld zurück.“

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          In der Welt der PR-Agenturen ist Edelman mit seinem persönlichen Führungsstil ein Sonderfall. Die meisten weltumspannenden Agenturen gehören zu einem der weltumspannenden Werbekonzerne. Burson-Marsteller etwa ist Teil von WPP, Fleishman Hillard gehört zur Omnicom-Gruppe. Edelman dagegen ist in Familienbesitz. Richard Edelman übernahm das Unternehmen 1996 von seinem Vater Daniel, der es in den fünfziger Jahren gegründet hatte. Die nächste Generation steht schon in den Startlöchern: Im Sommer nimmt die älteste der drei Töchter von Richard Edelman ihre Arbeit im Familienunternehmen auf, das von New York und Chicago aus gesteuert wird.

          „Wir wollen nicht ein Anhängsel eines Werbekonzerns sein, wir wollen keine 20-Prozent-Margen vorgeschrieben bekommen“, sagt Edelman und preist die Freiheiten, die mit der Unabhängigkeit verbunden sind. Übernahmeangebote habe es in der Vergangenheit etliche gegeben, aber ein Verkauf komme nicht in Frage. Allenfalls einen familienfremden Geschäftsführer kann sich der Manager vorstellen, falls - wider Erwarten - keine seiner Töchter einmal das Ruder übernehmen will.

          Richard Edelman selbst wollte ursprünglich gar nicht in der PR-Branche arbeiten, sein Vater musste den Harvard-Absolventen erst dazu überreden. Nur für ein Jahr, so war es ausgemacht. Inzwischen sind mehr als 30 Jahre daraus geworden. Ans Aufhören denkt Edelman noch lange nicht, er werde arbeiten bis zum Schluss, sagt er. An Ehrgeiz mangelt es ihm nicht. Im Moment trainiert Edelman für ein ganz besonderes Tennisspiel. Er hat einem Kunden, der ebenso tennisbegeistert ist wie er, angeboten, einen Monat ohne Honorar zu arbeiten, falls dieser ihn schlägt.

          „Dog Dating“ für den Süßwarenhersteller Mars

          Die PR-Agentur arbeitet unter anderem für Kunden wie Adidas, Mars und Microsoft. Für den Süßwarenhersteller Mars hat Edelman beispielsweise ein „Dog Dating“ inszeniert. Zwei Hundebesitzer, die sich bei einer solchen Veranstaltung in einem Park kennengelernt hätten, seien mittlerweile verheiratet, berichtet Edelman nicht ohne Stolz.

          Rund 18 der 660 Millionen Dollar Jahresumsatz kamen zuletzt aus dem deutschen Markt, wo Edelman für Marken wie Lätta und Beck’s Gold im Einsatz ist. Spätestens in zehn Jahren soll sich der Deutschland-Umsatz verdoppelt haben. Wachstumsmöglichkeiten sieht Edelman unter anderem im Feld „Corporate Reputation“, in dem es um das Image der Unternehmen in der Bevölkerung geht. Auf die Frage, warum der Ruf von Konzernlenkern in der Öffentlichkeit so schlecht ist, antwortet Edelman kurz und knapp: „Zu viele Sicherheitsleute“. Er vermisst bei vielen Managern die Bodenständigkeit. „Ich fahre in New York am liebsten U-Bahn - das ist günstig und schnell.“

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