https://www.faz.net/-1v0-px8h

: Germania Express fliegt für die DBA

  • Aktualisiert am

him. MÜNCHEN, 18. Februar. Die Konsolidierung im Luftverkehr geht weiter. Die DBA, die Fluggesellschaft des Unternehmers Hans Rudolf Wöhrl, übernimmt, wie seit einigen Tagen erwartet, das Streckennetz des Billiganbieters Germania Express (Gexx).

          him. MÜNCHEN, 18. Februar. Die Konsolidierung im Luftverkehr geht weiter. Die DBA, die Fluggesellschaft des Unternehmers Hans Rudolf Wöhrl, übernimmt, wie seit einigen Tagen erwartet, das Streckennetz des Billiganbieters Germania Express (Gexx). Dazu mietet die DBA die zwölf Flugzeuge vom Typ Fokker 100, die weiterhin von Germania betrieben werden. Die Maschinen für jeweils 100 Passagiere werden in den Farben der DBA lackiert. Über die Zusammenarbeit haben Wöhrl und Hinrich Bischoff, Mehrheitseigentümer von Germania, schon seit längerem verhandelt. Spekulationen über eine Fusion haben sich noch nicht bewahrheitet. "Wir denken intensiv darüber nach, ob der Verlobung eine Ehe folgen soll", sagte Aufsichtsratsvorsitzender Wöhrl in einer Pressekonferenz.

          Er begründete das Zusammenlegen des Streckennetzes damit, daß das Konzept der Einheitspreise von Gexx an der Aggressivität des Wettbewerbs scheitere. "Mit Suchmaschinen im Internet ist das ehrliche Preissystem ganz leicht von nationalen und internationalen Wettbewerbern zu knacken", berichtete Wöhrl. Bischoff sagte, zusammen seien beide Unternehmen mit 27 DBA-Flugzeugen vom 28. März an eine Marktmacht. Geld sparten beide, da sie nicht mehr miteinander konkurrierten. Außerdem könne Gexx künftig auf Werbung verzichten, die 6 Millionen Euro im Jahr gekostet habe. Die DBA habe eine Abnahmeverpflichtung unterzeichnet und miete die Flugzeuge zu einem festen Preis, berichtete Bischoff. Dies gebe seinem Unternehmen Planungssicherheit. Inzwischen vermiete er 46 Flugzeuge. Kunden sind auch Air Berlin und Hapag Lloyd. Am Wochenende seien Maschinen weiterhin im Namen von Gexx als Charterflugzeuge unterwegs.

          Mit der Übernahme von vier innerdeutschen und elf europäischen Strecken von Gexx wird die DBA die drittgrößte deutsche Linienfluggesellschaft nach der Lufthansa und Air Berlin. Das Netz von Wöhrls Gesellschaft wächst damit auf 15 innerdeutsche und 17 internationale Linien. Neu im Sommerflugplan vom 28. März an ist unter anderem die Strecke von Frankfurt nach Berlin, die in Deutschland am stärksten umkämpft ist. Im Ausland kommen zum Beispiel die Ziele Athen, Rom, Stockholm und Moskau hinzu. Die DBA rechnet damit, daß ihre Passagierzahl von heute 3 Millionen auf mehr als 4Millionen im Geschäftsjahr 2005/06 (31. März) steigt.

          Pläne der DBA, die marode griechische Fluggesellschaft Olympic Airways zu übernehmen, dementierte Wöhrl. Richtig sei, daß sich sein Unternehmen Intro, das 80 Prozent der Anteile der DBA hält, an einer internationalen Ausschreibung für die Privatisierung von Olympic Airways beteiligt habe. Intro berate Fluggesellschaften, beteilige sich eventuell an ihnen und saniere sie. Dieses Ziel verfolge er auch in Griechenland. Allerdings strebe Intro als Partner von strategischen Investoren oder Finanzinvestoren nur eine geringe Kapitalbeteiligung an. Wöhrl verschweigt, ob und an welchem Unternehmen außer der DBA Intro beteiligt ist.

          Topmeldungen

          Die deutsche Freiwasser-Staffel jubelt über die überraschende Goldmedaille bei der WM in Südkorea: Rob Muffels, Sören Meißner, Sarah Köhler und Lea Boy

          Überraschung bei Schwimm-WM : „Das ist der Hammer!“

          Das Ausnahme-Athlet Florian Wellbrock fehlt. Trotzdem jubeln die deutschen Freiwasserschwimmer über ihre zweite Goldmedaille in Südkorea. Zum Erfolg trägt auch die besondere Cleverness von Schlussschwimmer Rob Muffels bei.
          Unser Sprinter-Autor: Timo Steppat

          F.A.Z.-Sprinter : Teurere Flugtickets – fürs Klima?

          Die Bundesregierung berät über Klimaschutzmaßnahmen, die EU-Innenminister streiten über die Flüchtlingsverteilung – und in Königswinter beginnt der Petersburger Dialog. Was heute sonst noch wichtig wird, steht im F.A.Z.-Sprinter.