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: Gericht ordnet Insolvenz in Eigenverwaltung an

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holl. MAINZ, 24. Juli. Das Amtsgericht Bad Neuenahr-Ahrweiler hat am Dienstag dem Antrag der Besitzgesellschaft der Rennstrecke Nürburgring auf Insolvenz in ...

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          holl. MAINZ, 24. Juli. Das Amtsgericht Bad Neuenahr-Ahrweiler hat am Dienstag dem Antrag der Besitzgesellschaft der Rennstrecke Nürburgring auf Insolvenz in Eigenverwaltung stattgegeben. Das Gericht setzte den Koblenzer Rechtsanwalt Jens Lieser als Sachwalter ein, um das Insolvenzverfahren zu beaufsichtigen. Zudem wurde der Trierer Rechtsanwalt Thomas B. Schmidt als neuer alleinvertretungsberechtigter Geschäftsführer der Nürburgring GmbH eingesetzt, die zu 90 Prozent dem Land Rheinland-Pfalz gehört. Schmidt und Lieser sind Fachanwälte für Insolvenzrecht. Bei dem Modell der Eigenverwaltung bleibt jedoch auch die bisherige Geschäftsführung im Amt und kann unter Aufsicht den Betrieb weiterführen.

          Die Gesellschaft war vergangene Woche endgültig in finanzielle Schieflage geraten. Zuvor hatte die EU-Kommission einen Antrag der rot-grünen Landesregierung unter Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) auf eine Rettungsbeihilfe von 13 Millionen Euro abgelehnt.

          Die Nürburgring GmbH hat mehr als 400 Millionen Euro Schulden, die sie für den Bau eines Freizeitparks und eines Feriendorfes aufgenommen hatte. Für die vor allem von der öffentlichen Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) ausgezahlten Kredite bürgt das Land. Da die Nürburgring GmbH die Kredite nicht mehr bedienen kann, muss das Land eine Haushaltsreserve von 254 Millionen Euro mobilisieren. Dem Vernehmen nach kommen zwei Gutachten über den Wert der Liegenschaften nur auf einen Betrag zwischen 90 und 126 Millionen Euro, der bei einem Verkauf der Immobilien maximal zu erzielen sei.

          Entscheidend für mögliche Einnahmen der Nürburgring GmbH und die Suche nach einem Investor ist, ob 2013 abermals ein Formel-Eins-Rennen am Nürburgring stattfindet. Ein geplantes Treffen der beiden Gesellschafter der privaten Pächtergesellschaft Nürburgring Automotive GmbH (NAG), Jörg Lindner und Kai Richter, mit dem Formel-Eins-Unternehmer Bernie Ecclestone in Hockenheim scheiterte. Trotz fester Zusage blieb Ecclestone in London. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts der Bestechung in zweistelliger Millionenhöhe. Ein Sprecher der NAG sagte, eine angeblich fast fertig ausgehandelte Vereinbarung könne aber auch im Ausland „konkretisiert“ werden. Der Vertragsentwurf sieht laut NAG vor, dass Ecclestone schon 2013 auf die Zahlung einer Fahrerfeld-Gebühr verzichtet und dafür alle Einnahmen beansprucht. Damit entfielen die bisherigen Millionenzuschüsse des Landes.

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