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Genussmittel : Koch: Apfelwein probieren ist Pflicht

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Der hessische Apfelwein soll laut Ministerpräsident Koch mit neuen Produkten wie veredeltem Apfelwein oder mit Mischgetränken, neue Käufer gewinnen. „Es ist keine Pflicht für alle, Apfelwein zu trinken, aber es ist die Pflicht aller, ihn zu probieren“, meint er.

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          Der hessische Apfelwein soll laut Ministerpräsident Roland Koch (CDU) mit neuen Produkten, beispielsweise mit veredeltem Apfelwein oder mit Mischgetränken, neue Käufer gewinnen. „Es ist keine Pflicht für alle, Apfelwein zu trinken, aber es ist die Pflicht aller, ihn zu probieren“, behauptete Koch gestern beim 1. Deutschen Apfelweinkongress in Frankfurt. Jüngere Generationen und Zugezogene müssten an das „hessische Nationalgetränk“ herangeführt werden. Koch zufolge sollen die Hersteller vor allem die Rhein-Main-Region als Markt im Blick behalten. „Es wird nicht gehen, ganz Deutschland, die EU und am Ende vielleicht auch noch unsere asiatischen Freunde vom Apfelwein zu überzeugen“, sagte er.

          Die Zahl der Apfelbäume ist nach Kochs Angaben in Hessen in den vergangenen 50 Jahren von etwa acht auf rund zwei Millionen gesunken. Er führt dies darauf zurück, dass der Naturschutz bis Anfang der achtziger Jahre vernachlässigt und dann falsch verstanden worden sei: Vor allem die Grünen waren nach seinen Worten der Auffassung, dass in die Natur nicht mehr eingegriffen werden dürfe. Viele Streuobstwiesen seien daraufhin nicht richtig gepflegt worden oder verfallen. „Alte Bäume, die nicht mehr tragen, muss man austauschen dürfen“, sagte Koch. Die Voraussetzung dafür habe die Landesregierung im vergangenen Jahr mit einem neuen Gesetz geschaffen. Außerdem habe der Landtag 100.00 Euro für die Förderung von Streuobstwiesen und für die Vermarktung von Apfelwein und -saft bereitgestellt.

          Auch Beifall von den Grünen

          Der agrarpolitische Sprecher der Grünen im Landtag, Martin Häusling, bezeichnete die Förderpolitik des Landes als „durchaus richtig“. Koch habe allerdings bis vor kurzem den gesetzlichen Schutz der Streuobstwiesen noch abschaffen wollen. Bei der Überarbeitung des Naturschutzgesetzes sollten laut Häusling neben Alleen auch die Obstwiesen ausgeklammert werden. Erst auf Druck von Verbänden, Erzeugern und Grünen habe Koch eingelenkt.

          Die Naturschutz-Akademie Hessen und der Verband der Hessischen Apfelwein- und Fruchtsaft-Keltereien stellten bei dem Kongress gemeinsam die Internetseite www.apfelwein.de vor. Diese bietet unter anderem Informationen zu Sorten, Seminaren und Apfelwein-Herstellern.

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