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: Gedenktag für Ungarndeutsche

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löw. Wien, 11. Dezember. Ungarn wird vom kommenden Jahr an einen Gedenktag für die vertriebenen Ungarndeutschen abhalten.

          löw. Wien, 11. Dezember. Ungarn wird vom kommenden Jahr an einen Gedenktag für die vertriebenen Ungarndeutschen abhalten. Das hat das Parlament in Budapest am Montagabend ohne Gegenstimmen beschlossen. Jeweils am 19. Januar soll der Menschen gedacht werden, die Nachfahren deutscher Einwanderer waren und 1945 und in den Jahren danach aus Ungarn ausgewiesen wurden. Grundlage dafür war das Potsdamer Abkommen von 1945. Im Zuge einer Bodenreform wurde die deutschstämmige Bevölkerung - vor allem die mit landwirtschaftlichem Besitz - enteignet; am 19. Januar 1946 begannen die Deportationen. 1941 hatten in einer Volkszählung 377000 Menschen in Ungarn (einschließlich der „Vor-Trianon“-Gebiete) Deutsch als ihre Muttersprache bezeichnet. Mehr als die Hälfte verließen das Land. Es gab zu jener Zeit schon Kritik daran. So wird der damalige Innenminister István Bibó mit den Worten zitiert, dass „wir nun mit unseren Deutschen tun, was wir vor einem Jahr mit unseren Juden taten“. Aus Protest trat er zurück. Ungarn begeht auch einen Holocaust-Gedenktag sowie einen Gedenktag an die Unterzeichnung des Vertrags von Trianon 1920, durch den große von Ungarn besiedelte Gebiete den Nachbarstaaten, vor allem der Slowakei und Rumänien, zugeschlagen wurden.

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