https://www.faz.net/-1v0-pn11

: Finanzminister Eichel für Goldverkauf

  • Aktualisiert am

BERLIN, 19. Dezember (dpa/Reuters). Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) will im nächsten Jahr mit dem Verkauf eines Teils der Goldreserven der Bundesbank Löcher im Bundeshaushalt stopfen. Steuererhöhungen will er vermeiden.

          BERLIN, 19. Dezember (dpa/Reuters). Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) will im nächsten Jahr mit dem Verkauf eines Teils der Goldreserven der Bundesbank Löcher im Bundeshaushalt stopfen. Steuererhöhungen will er vermeiden. Auch bei der Ökosteuer sollten die Ausnahmen für bestimmte Industriezweige nicht abgeschafft werden, wie Eichel der Zeitung "Bild am Sonntag" sagte. Insgesamt besitzt die Bundesbank rund 3400 Tonnen Goldreserven. Über den Verkauf entscheidet sie selbst. Ein Abkommen von 15 europäischen Zentralbanken erlaubt der Bundesbank erstmals in diesem Jahr wieder den Verkauf von maximal 120 Tonnen Gold. Das würde "ungefähr eine Milliarde Euro" bringen, sagte Eichel. Allerdings wolle er Bundesbankpräsident Axel Weber nicht zum Verkauf drängen. Nach Informationen der "Welt am Sonntag" wird die Bundesbank im laufenden Jahr kein Gold mehr veräußern. Weber sei mit diesem Vorhaben im Bundesbankvorstand gescheitert, sechs der acht Mitglieder hätten es abgelehnt. Nach Schätzungen der ING BHF-Bank dürfte der Bundesbankgewinn 2004 nur rund eine Milliarde Euro betragen. Dies gelte, sofern sich der Dollarkurs nicht mehr stark verändere, berichtete die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Eichel hat jedoch eine Ausschüttung von zwei Milliarden Euro in seinen Haushalt 2005 eingestellt.

          Topmeldungen

          Die Koalition nach den Wahlen : Warum die SPD untergeht

          Die Unruhe in der großen Koalition wird nicht kleiner werden. Das heißt aber auch: Andrea Nahles und Annegret Kramp-Karrenbauer können sich ihrer Sache nicht sicher sein. Ein Kommentar.
          So stellen sie sich selbst dar: Mitglieder von „Al-Salam 313“

          FAZ Plus Artikel: Gegen Clans und Rocker : Kriminelle Vielfalt

          Die irakisch-syrische Bande „Al-Salam 313“ soll unter anderem in Rauschgiftschmuggel und Waffenhandel verwickelt sein. Deshalb gehen die Behörden nun verstärkt gegen sie vor. Die Kontakte reichen bis zu kriminellen Clans.