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Finanzmärkte : Derivatemarkt wächst stark

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Das rapide Wachstum der handelbaren Kreditversicherungen hat sich auch im Krisenjahr 2007 fortgesetzt. Nach Angaben des Fachverbands ISDA ist das Volumen der ausstehenden "Credit Default Swaps" (CDS) im vergangenen Jahr verdoppelt.

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          Das rapide Wachstum der handelbaren Kreditversicherungen hat sich auch im Krisenjahr 2007 fortgesetzt. Nach Angaben des Fachverbands ISDA ist das Volumen der ausstehenden "Credit Default Swaps" (CDS) von Ende 2006 bis Ende 2007 von 34,5 auf 62,2 Billionen Dollar gestiegen.

          CDS werden von den Aufsichtsbehörden mit gemischten Gefühlen betrachtet. Auf der einen Seite ermöglichen sie es den Banken, das Risiko eines Kreditausfalls gegen Zahlung einer Art Versicherungsprämie auf einen "Versicherer" zu übertragen; das unterstützt die Banken bei ihrem Risikomanagement. Auf der anderen Seite lässt sich mit diesen Kontrakten aber auch mit geringem Kapitaleinsatz und hohem Risiko spekulieren - zum Beispiel darauf, dass eine Bank wie Bear Stearns insolvent wird. An den CDS-Märkten wird diesbezüglich ein großes Rad gedreht, was die Aufsichtsbehörden beunruhigt. Vor einiger Zeit hatte die britische Börsenaufsicht deshalb strenge Untersuchungen für den Fall angekündigt, dass falsche Gerüchte über angebliche Schwierigkeiten bei Banken in die Welt gesetzt würden.

          Marktteilnehmer haben das Risiko der „Versicherer“ unterschätzt

          Weiter gibt es Besorgnisse, dass "Versicherer" im Falle eines Falles nicht zahlungsfähig sein könnten. Die Marktteilnehmer hätten dieses Risiko bislang unterschätzt, sagte Paul Calello, der Chef des Investmentbanking bei Credit Suisse, am Mittwoch auf der ISDA-Jahrestagung in Wien. Alle Marktteilnehmer müssten dafür Sorge tragen, dass es nicht zu einer katastrophalen Kette von Ausfällen in diesem Markt komme. Um dem vorzubeugen, seien neue Regeln nötig.

          Wie die ISDA weiter berichtete, ist das Gesamtvolumen der umlaufenden Derivate-Kontrakte im Jahre 2007 von 327,4 auf 454,5 Billionen Dollar gestiegen. Die Zahlen sind etwas niedriger als die Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), die in ihren Erhebungen mehr Banken erfasst. Die BIZ wird ihre Zahlen für das Jahr 2007 in der zweiten Hälfte des Mai vorlegen. Mit großem Abstand das größte Kontraktvolumen entfiel auf Zins-Drivate wie zum Beispiel Zins-Swaps, eine Art Zinstausch. Laut ISDA stieg das Volumen umlaufender Zins-Derivate 2007 von 285,7 auf 382,3 Billionen Dollar.

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