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Rekord in London : Der Mann im Olymp

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Gerhard Richters „Abstraktes Bild“ ist jetzt das teuerste Gemälde eines lebenden Künstlers. Der Zuschlag für das Werk aus dem Besitz von Eric Clapton erging bei 21,3 Millionen Pfund. Bild: dpa

Ein abstraktes Gemälde Gerhard Richters aus der Sammlung des Musikers Eric Clapton bricht in London alle Dämme. Jetzt ist er der teuerste lebende Künstler.

          Gerhard Richter ist der teuerste lebende Künstler. Mit einem  Rekord für sein 225 Mal 200 Zentimeter großes abstraktes Bild „809-4“ aus der Sammlung des Musikers Eric Clapton ist der Künstler nun endgültig im Olymp des Kunstmarkts. Das Gemälde wurde zum Gegenstand eines Bietgefechts von zwei entschlossenen Sammlern bei der Abendauktion von Sotheby’s. Applaus im Saal ernteten die Gebote: Sie kletterten in schnellen 500.000-Pfund-Schritten von sieben auf neunzehn Millionen Pfund.

          Die Sotheby's-Mitarbeiterin Natasha Mendelsohn - sie betreut Privatkunden - setzte sich gegen einen Bieter am Telefon von Tobias Meyer durch, der das Pult des Auktionatoren seinem Londoner Kollegen Oliver Barker überlassen hatte.

          Das auf neun bis 12 Millionen Pfund geschätzte Werk kostete schließlich mit Aufgeld 21,3 Millionen Pfund, das sind umgerechnet  26.4 Millionen Euro oder 34,9 Millionen Dollar. Der bisherige Richter-Rekord war erst im Mai dieses Jahres mit 21,8 Millionen Dollar (Taxe 14/18 Millionen) für ein vergleichbar großes „Abstraktes Bild“ in New York erzielt worden. Doch nicht nur die attraktive, feurig rot-gelbe Komposition hat die Leidenschaft der Sammler und das Preisniveau angeheizt, sondern auch die berühmte Provenienz.

          Es gibt keine Richter-Müdigkeit

          Eric Clapton hat  das 1994 gemalte Werk im November 2001 bei Sotheby's in New York für 3,4 Millionen Dollar als Triptychon gekauft - zusammen mit zwei weiteren Abstrakten Bildern, numeriert "809-1" und "809-2" und eingereicht aus der Sammlung von Ulla und Heiner Pietzsch in Berlin. „Ich spüre keine Richter-Müdigkeit“, kommentierte Cheyenne Westphal von Sotheby’s, und begründete die Attraktivität und Preisstabilität von Richter unter anderem damit, dass seine langjährige New Yorker Galeristin Marian Goodman viele der besten seiner Arbeiten in wichtigen Museumssammlungen auf der ganzen Welt plazieren konnte.

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