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: Italien tankt Kultur

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"Ende gut, alles gut." Mit diesen Worten verkündete der italienische Staatsminister Gianni Letta die spektakuläre Rücknahme der meisten Kulturkürzungen durch die Regierung Berlusconi. Stattdessen wird die Benzinsteuer um einen oder zwei Cent - die Berechnungen laufen noch - erhöht.

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          "Ende gut, alles gut." Mit diesen Worten verkündete der italienische Staatsminister Gianni Letta die spektakuläre Rücknahme der meisten Kulturkürzungen durch die Regierung Berlusconi. Stattdessen wird die Benzinsteuer um einen oder zwei Cent - die Berechnungen laufen noch - erhöht. Damit wird das Autofahren für Italiener im Jahr um durchschnittlich zwanzig Euro teurer. Letta, engster Vertrauter und "Macher" Berlusconis, nannte dies "ein kleines Opfer, das alle gerne für die Rettung des Kinos bringen werden". In der Tat ist mit dem Benzintrick die Schließung der traditionsreichen Cinecittà ebenso vom Tisch wie eine massive Erhöhung der Kinokartenpreise. Der "Fondo unico dello spettacolo", aus dem staatliche Kultursubventionen kommen, wird nun wieder auf 428 Millionen Euro aufgestockt; die beschlossene Streichung von knapp 150 Millionen entfällt, wodurch manche Institutionen sogar mehr Geld zur Verfügung haben werden. Offenbar haben zahlreiche Demonstrationen, Unterschriftensammlungen und massiver Medienprotest - allen voran der einflussreiche Dirigent Riccardo Muti - doch etwas bewirkt. Etliche Opernhäuser, die schon seit Jahren Kürzungen hinnehmen mussten, bedanken sich nun artig bei der Regierung. Und sogar die Wärter der Grabungsstätten von Pompeji, denen eine Kündigung gedroht hatte, bekommen einen Arbeitsvertrag.

          dsch

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