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: Israel will "Prozess"

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Israel fordert vom Deutschen Literaturarchiv in Marbach die Herausgabe von Franz Kafkas Originalmanuskript des "Prozess"-Romans. Nach Berichten der israelischen Tageszeitung "Haaretz" soll in der kommenden Woche offiziell eine entsprechende Forderung an das Archiv gestellt werden.

          Israel fordert vom Deutschen Literaturarchiv in Marbach die Herausgabe von Franz Kafkas Originalmanuskript des "Prozess"-Romans. Nach Berichten der israelischen Tageszeitung "Haaretz" soll in der kommenden Woche offiziell eine entsprechende Forderung an das Archiv gestellt werden. Die Rückgabe würde eine andauernde historische Ungerechtigkeit korrigieren, so der Direktor der israelischen Nationalbibliothek, Schmuel Har Noy. Israel habe allein einen Rechtsanspruch auf das Manuskript, das 1988 für rund zwei Millionen Dollar von einer Privatperson verkauft worden war.

          Ulrich Raulff, der Direktor des Marbacher Archivs, sagte gegenüber dieser Zeitung, er betrachte den Vorgang "sehr gelassen". Es läge noch nichts Schriftliches vor, bislang gebe es nur Äußerungen von Anwälten und Zeitungsberichte, die daran interessiert seien, "Öl ins Feuer zu gießen". Es sei böswillig, so Raulff, wenn der Anwalt der Bibliothek den Eindruck zu erwecken versuche, man habe beim Kauf des Manuskripts von den damit verbundenen Problemen gewusst. Man habe es vielmehr "in gutem Glauben gekauft", die Transaktion sei "in einem transparenten Verfahren" vollzogen worden. Außerdem bestritt Raulff die Darstellung der Rechtslage durch die Nationalbibliothek: Max Brod habe sich an dieser Stelle seines Testaments "nicht klar ausgedrückt". Auch verbiete das israelische Archivgesetz keineswegs den Verkauf von Manuskripten ins Ausland, solange nur sichergestellt ist, dass Kopien im Land verbleiben. rik

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