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Gazastreifen : Letzte Fragen

  • -Aktualisiert am

Ein intelligenter junger Mann: Mohammed Abu Eisha Bild: Privat

Ein junger Mann wird in Gaza durch eine israelische Rakete gezielt getötet. Für die Palästinenser war er ein Journalist. Für die Israelis ein Terrorist. Wer war Mohammed Abu Eisha wirklich?

          9 Min.

          Am Tag, als Ban Ki-Moon vor den UN-Sicherheitsrat tritt, um den Tod eines Terroristen zu betrauern, kleidet man Mohammed Abu Eisha aus Gaza in sein letztes Gewand. Es ist eine schwarze Flagge, die sie über ihn legen, mit gelben, geschwungenen Buchstaben darauf. Auch auf seine Stirn, knapp über die halb geschlossenen Augen, legen sie Schwarz.

          Achtzig Kilometer entfernt, in Tel Aviv, sitzt zur gleichen Zeit der UN-Generalsekretär vor einer kleinen Videokamera. Man hat die blaue UN-Fahne hinter ihn gehängt, die Welt darauf liegt in Falten. An die Botschafter nach New York wird übertragen, was Ban Ki-Moon zu sagen hat, über den Krieg in Gaza und den Waffenstillstand. Er verurteile den Tod von drei Journalisten im Gazastreifen, sagt er.

          Eine Sprecherin der israelischen Armee dagegen sagt, die Journalisten seien Terroristen gewesen, und beruft sich dabei auf Informationen der Geheimdienste - gibt aber nicht preis, welche.

          Einer der Toten heißt Mohammed Abu Eisha. An seiner Geschichte kann man erzählen, warum die Opfer der einen die Täter der anderen sind.

          Acht Tage, 170 Tote

          Ban Ki-Moon weiß vom Angriff auf die Journalisten, weil die Vereinten Nationen die Toten in Gaza zählen. Sie stützen sich dabei auch auf die Angaben des PCHR, des „Palästinensischen Zentrums für Menschenrechte“, in Gaza-Stadt. Mehr als fünfzig Menschen arbeiten für das PCHR, nach jedem Raketenangriff versuchen sie herauszufinden, wer die Toten und Verletzten dieses Krieges waren - Kämpfer, die zu Recht von der israelischen Armee getötet wurden, oder Zivilisten, die niemals hätten bombardiert werden dürfen.

          Dieser Krieg kostete in nur acht Tagen im November auf beiden Seiten mehr als 170 Menschen das Leben. Mehr als die Hälfte der Opfer in Gaza seien Zivilisten gewesen, heißt es beim PCHR. Die Mehrheit der Opfer in Gaza seien Terroristen gewesen, sagt die israelische Armee.

          Das Verhältnis zwischen toten Zivilisten und toten Kämpfern ist kein bloßes Zahlenspiel; ob ein Krieg als Massaker gilt oder als gerecht, hängt von diesem Verhältnis ab, weil dahinter die Frage steht, ob es, wenn es schon Menschen treffen musste, keine unbeteiligten getroffen hat.

          Ein intelligenter junger Mann

          Als Mohammed Abu Eisha am Tag seines Todes das Abendgebet beendet hat, tritt er aus der Al-Bukhari-Moschee. Er trägt einen sauber rasierten, üppigen Bart, das Mehr an Kinnhaar fehlt ihm oben auf dem Scheitel. 24 Jahre ist er alt, ein intelligenter junger Mann aus Gaza, seit acht Wochen verheiratet mit einer Gazanerin, gemeinsam erwarten sie ein Kind.

          Ein Journalist: Mohammed Abu Eisha

          Sein Studium in Mediendesign hat er mit Bravour abgeschlossen. Es war sein Traumberuf, wird sein Vater bei der Trauerfeier sagen: als Journalist, mit Kamera und Mikrofon, die Welt beschreiben, damit die Leute sie anders wahrnehmen. Vor kurzem hat man ihn zum Leiter des al-Quds-Radios ernannt, zuständig für das Erziehungsprogramm. Er will Kindern Hauswirtschaft und Geographie näherbringen, Arabisch und den Islam. Er ist jetzt Chef, die zivile Zukunft sieht gut für ihn aus. Aber die Gegenwart ist nicht zivil.

          Da sind die israelischen Flugzeuge, die über diesen Landstrich donnern, die unablässig surrenden Drohnen, die Granaten. Es ist Krieg in dieser Woche im November. „Geh nicht weit weg vom Haus, da sind so viele Flugzeuge“, warnt ihn sein Vater an diesem Abend. Aber Mohammed, sein Sohn, beruhigt ihn, bevor er losgeht. Es sei bald wieder zurück. Zusammen mit einem Freund, Hussan Yousef al-Ostaz, biegt er in die Al-Birkeh-Straße ein. Es ist Dienstag, der 20. November, der vorletzte Tag dieses Krieges.

          Wie mit dem Messer aufgerissen

          Zu diesem Zeitpunkt arbeiten die Fieldworker des PCHR schon seit Tagen unter Bomben. Sofort nach den Angriffen sammeln sie Informationen vor Ort: Wie viele Tote? Trug einer Uniform? Welche Schrapnelle verletzten wen? Manchmal vergehen nur Minuten, bis ein zweiter Angriff kommt. Die Fieldworker leben gefährlich. Ihre Daten geben sie später den Rechercheuren und Anwälten des PCHR, damit die entscheiden, wer ein Zivilist war und wer nicht. Es ist Detektivarbeit.

          Um 17 Uhr 40, die Sonne ist bereits untergegangen, schießt ein israelischer F-16-Kampfjet eine Rakete auf Gaza-Stadt. Das Auto, das sie trifft, wird wie mit einem riesigen Messer aufgerissen und zerfetzt, als wäre es eine Nuss, die man aufbricht. „TV“ stand groß und in Leuchtbuchstaben auf der Motorhaube geschrieben. Die Rakete gilt zwei Kameramännern von Al-Aqsa TV. Sie sterben im Krankenhaus an ihren Verbrennungen. „Zwei Tote“, notiert ein Fieldworker des PCHR. Es sind zwei tote Journalisten.

          „Wie erzeugt man Schmerzen?“ fragt Raji Sourani und antwortet mit seinem Blick. Sourani ist nicht nur Kopf des PCHR, er ist auch dessen Herz; ein nicht besonders großer, freundlicher Mann, der von Israel viermal inhaftiert und mehrfach gefoltert wurde.

          „Das Völkerrecht ist keine Spielerei“

          Sourani, 1955 in Gaza geboren, empfängt den Besucher in seinem Büro, es liegt im zweiten Stock des PCHR. Auf dem Weg dorthin blickt Che Guevara von der Wand aus dem Sieg entgegen, ein anderes Poster zitiert Voltaires Bonmot über die Toleranz. Hunderte Menschenrechtsberichte, nach Datum und Sprache geordnet, warten in Schubfächern auf ihre Leser. Es ist das internationale, staatenlose Repertoire des Freiheitskampfes, das die Besucher im PCHR empfängt.

          „Das universelle Völkerrecht ist keine intellektuelle Spielerei“, sagt Sourani, es ist sein Credo. „Sondern etwas, in dessen Genuss alle Menschen kommen sollten.“ Genießen, „enjoy“, er spricht das Wort aus, als böte er Granatapfelsaft an. Rechte „genießen“ klingt für einen Mitteleuropäer so ganz anders als für jemanden, der vielleicht sein ganzes Leben lang staatenlos bleiben wird: jemanden wie Sourani. Jemanden, der seit fünfzig Jahren im Gazastreifen lebt, dessen Familie seit einigen Jahrhunderten dort lebt, der sagt, er wolle seinen beiden Kindern ersparen, was er durchgemacht habe, deshalb studiert seine Tochter jetzt auch im Ausland.

          Abu Eisha, der Journalist, studierte in Gaza. Die Menschenrechte gelten auch für ihn. Sollte Israel ihn gezielt angreifen, wäre das ein Kriegsverbrechen. Das PCHR würde den israelischen Befehlshaber vor einem israelischen Gericht verklagen, so, wie sie es in mehreren hundert Fällen schon getan haben - in weniger als zehn davon mit Erfolg. Deshalb will das PCHR Israel nun vor dem Internationalen Strafgerichtshof sehen. Dort, so hofft man, hat man mehr Erfolg.

          Drei tote Journalisten?

          Es ist 18.43 Uhr, als Abu Eisha und sein Freund Hussan in die Al-Birkeh-Straße einbiegen. Graue, unverputzte Häuser säumen den Weg, ein hoch liegendes Geflecht aus Stromleitungen hängt über dem Pflaster. Eine Minute später dröhnen Flugzeuge über seinen Vater, der ins Haus gegangen ist. Dann hört der Vater einen lauten Knall, wie von einer Explosion. Er rennt herbei, läuft in Richtung Al-Birkeh-Straße und sieht seinen Sohn dort liegen. Er blutet aus der Nase, dem Mund, dem ganzen Körper. Auch diese Rakete hat ihr Ziel nicht verfehlt. Mohammed Abu Eisha, der Radiomacher, und sein Freund Hussan Yousef al-Ostaz sterben noch auf dem Pflaster der Straße.

          Am 20. November 2012 wurden in Gaza zwei Kameramänner durch israelische Raketen gezielt getötet - und Mohammed Abu Eisha.

          Drei Journalisten wurden an diesem 20. November 2012 in Gaza getötet, melden Agenturen und berufen sich auch auf das PCHR. Drei Journalisten sind tot, melden später Zeitungen weltweit. Drei Journalisten, sagt die UN, und auch die Unesco, die nicht nur Bauwerke, sondern auch Journalisten geschützt sehen will, gibt ein Statement für die Medien ab. Warum, fragt die Generalsekretärin der Unesco sich, Israel und die Weltöffentlichkeit, warum wurden sie getötet? Warum durften sie ihren Beruf nicht frei ausüben? Sie nennt die Namen der drei Toten: Mahmoud Al-Komi, Hossam Salameh Mohammed, zwei Kameramänner. Der dritte ist Mohammed Abu Eisha.

          Die „Reporter ohne Grenzen“ nehmen Abu Eisha und die beiden Kameramänner in ihren Jahresbericht auf, der wenige Tage vor Weihnachten veröffentlicht wird. Er steht jetzt in einer Linie mit Tim Hetherington, Daniel Pearl oder Hilal Al-Ahmadi, der im Irak erschossen wurde, weil er seinen Beruf frei ausübte.

          Chirurgische Präzision oder Versehen?

          „Bis zum 5. Tag der Offensive waren die zivilen Verluste tolerierbar“, sagt Raji Sourani in seinem Büro. „Dann wurde es sehr, sehr hässlich.“ Er meint die 101 Zivilisten, die laut PCHR starben, darunter drei Journalisten. Woran kann es liegen, dass eine hochorganisierte Armee wie die Israels so sehr am eigenen Anspruch „chirurgischer Präzision“ scheiterte? Sourani blickt ins Leere. „Ich weiß es nicht“, sagt er. „Ich glaube, das war ein massives Versagen der Geheimdienste.“

          Und bei Mohammed Abu Eisha?

          Am 21. November, dem Tag, da Ban Ki-Moon und die Welt seinen Tod verurteilen, wird auf einer Homepage des Islamischen Dschihad ein Foto von Mohammed Abu Eisha veröffentlicht. Sein Barett, schwarz mit kreisrund-gelbem Emblem, sitzt vorschriftsmäßig auf dem Kopf, als hätte der Befehlshaber persönlich Hand angelegt. Auch die Uniform passt ihm gut, erstaunlich für einen ehemaligen Studenten, die in Armeekluft oft aussehen wie aus dem Kostümverleih. Fast niemand nimmt davon Notiz, anscheinend auch nicht das PCHR.

          Der Terrorist: Mohammed Abu Eisha.

          Davon wisse man nichts, heißt es. Man frage schließlich Verwandte, Nachbarn und Freunde. Man habe sogar eigens eine Schulung von Amnesty International bekommen, was die Einteilung von Zivilisten und Kombattanten angeht. „Es kann uns nicht passieren, dass wir einen Zivilisten für einen Kombattanten halten oder umgekehrt“, sagt ein Anwalt des PCHR.

          Im Dienste des Dschihad

          Im Jahr 2006, als die Hamas die Macht im Gazastreifen noch nicht blutig übernommen hat, schloss sich Mohammed Abu Eisha dem Islamischen Dschihad an. Unter den Radikalen in Gaza sind sie die Harten. Rasch erkennt man seine Intelligenz und setzt ihn als Aufklärer ein. Er beobachtet die israelischen Posten um Gaza. Er beschießt Militärbasen mit Panzerabwehrraketen. Er posiert mit Pistole. Ein Jahr nach Abu Eisha tritt auch der damals 17-jährige Hussan Yousef al-Ostaz dem Islamischen Dschihad bei und freundet sich mit Abu Eisha an. Es wird eine Freundschaft bis in den Tod.

          Beide, Abu Eisha und sein Kamerad, nehmen auch an den Raketenangriffen auf „zionistische Städte und Jerusalem“ teil, wie es der Islamische Dschihad stolz auf seiner Website berichtet. Sie nennen die Operation „Blauer Himmel“ - und meinen den Gazakrieg im November. Sechs Israelis und zwei Palästinenser wurden durch solche Raketen aus Gaza getötet, auch der Islamische Dschihad verschoss einige Dutzend, zum Beispiel auf Tel Aviv, eine Stadt, die dichter besiedelt ist als der Gazastreifen. Mohammed Abu Eisha, der Militante, steht hier in einer Linie mit den Terroristen, die in Cafés gehen und an der Zündungsleine ziehen.

          Unterwegs mit der Fieldworkerin

          Unsere Fahrt geht durch Gaza-City, eine Stadt, in die F-16-Kampfflugzeuge im November Schneisen geschlagen haben wie überdimensionale Zahnlücken. Durch die Fensterscheiben des Wagens blickt Sabreen Al Tartor auf diese Stadt; es ist ihr Arbeitsgebiet. Wir fahren vorbei an dem Stadion mit den riesigen Bombenkratern, vorbei an den zersplitterten Fenstern mit den Schutzfolien davor, vorbei auch an den Trümmern der Nationalbank. Sabreen Al Tartor, eine junge Frau in einem langen schwarzen Kleid und einem blau-rot geblümten Schleier, ist eine von zehn Fieldworkern des PCHR. Keine Organisation arbeitet hier schneller und detaillierter als das PCHR, in einem Gebiet, das so groß und so bevölkert ist wie Wien.

          „Als es den Angriff auf die Bank of Palestine gab, bin ich auch hierhin gefahren. Ich dachte, vielleicht finde ich ja ein paar Geldscheine zwischen den Steinen“, sagt sie und lacht. Es ist ein gefährlicher Job.

          Wenn eine Rakete einschlägt, fährt Al Tartor zum Schauplatz. Oft erfährt sie davon aus den Nachrichten, manchmal ruft sie jemand an, aber gelegentlich kann sie auch dem Rauch folgen. Als acht Raketen das Innenministerium trafen, wachte ganz Gaza-City auf. Al Tartor sieht dann, wie Leichen und Verwundete aus den Trümmern gezogen werden, und zählt: Tote, Verletzte, Schrapnelle, Waffen, Uniformen. Manchmal muss sie zweimal zählen, wenn man erst den Körper findet und dann den Kopf. Ihre Fotos, ihre Notizen, all das übergibt Al Tartor der Koordinatorin der Fieldworker. Dann werten Rechercheure und Juristen die Indizien aus. Manchmal bitten sie Ballistikexperten von der Polizei um Rat, wenn nicht klar ist, woher die Munitionssplitter kommen.

          Wer stirbt wann wobei?

          Könnte es nicht sein, dass einer wie Abu Eisha tagsüber mit der Kamera filmt und nachts Raketen verschießt? „Warum haben sie ihn dann nicht nachts angegriffen, wenn er angeblich Raketen verschießt?“, fragt Sabreen Al Tartor zurück.

          Der Satz zeigt das fundamentale Missverständnis, an dem die Arbeit des PCHR krankt. Für das PCHR scheint bisweilen nur Kämpfer zu sein, wer mit der Waffe in der Hand stirbt. Das Völkerrecht sieht das anders.

          Es ist verboten, Zivilisten zu beschießen, auch im Krieg. Niemand darf das von Rechts wegen tun - es sei denn, die Zivilisten kämpfen selbst. Dann ist es egal, ob ein Arzt eben noch geheilt, ein Journalist gefilmt oder ein Priester gesalbt hat. In dem Moment, da sie an Kämpfen teilnehmen, gilt ihr Schutz nicht mehr. Und das ist nicht erst der Moment, in dem jemand den Schlitten seiner Pistole zurückzieht, um eine Patrone in den Lauf zu laden.

          Dem Völkerrecht nach war Abu Eisha kein geschützter Zivilist, auch wenn er als Journalist arbeitete. Trotzdem schrie die Welt auf. Die „New York Times“ schrieb davon, dass Israel den Krieg benutze, um Journalisten zu treffen. Human Rights Watch bezeichnete den Angriff auf die beiden Kameramänner als Kriegsverbrechen. Den Angriff auf Abu Eisha nicht.

          Am Grab des Bruders

          Auf der Homepage des Islamischen Dschihad erschienen in diesen Tagen noch viele weitere Fotos von Abu Eisha. Auf einem hält er eine professionelle Kamera in den Händen, er filmt die schäumende Gischt des Meeres vor Gaza. In einem anderen Land, zu einer anderen Zeit wäre er vielleicht Regisseur oder Dokumentarfilmer geworden, einer, den man mit Stipendien bedenkt und der in Arthouse-Kinos gezeigt wird oder Journalistenpreise bekommt. In diesem Leben aber war er Mitglied einer Organisation, die Juden den Tod wünscht und ihr Möglichstes tut, um das zu erreichen.

          Wer als „Märtyrer“ stirbt, wird nicht gewaschen. Mohammed Abu Eishas Totengewand ist blutverschmiert. Es ist eine schwarz-gelbe Flagge, zwei Gewehre kreuzen sich im Wappen da, wo es kein Israel mehr gibt: in ganz Palästina. „Harakat al-dschihad al-islami“ steht darüber in Arabisch, „Bewegung Islamischer Dschihad“.

          Hunderte von Menschen folgen seiner Bahre auf der „Straße der Märtyrer“ in Beir al-Dalah. Sein Leichnam wird neben dem Grab seines großen Bruders bestattet. Er war ebenfalls Mitglied des Islamischen Dschihad und starb 2002, während der Zweiten Intifada, als er israelische Soldaten aus dem Hinterhalt beschoss. Es ist, als führe in Gaza jede Geschichte zu einer anderen Geschichte, und nur, weil das Völkerrecht eine Sache später so oder so bewertet, hört sie deswegen nicht auf.

          Anfang Dezember ist auch auf der Website des PCHR wieder von den toten Journalisten in Gaza die Rede. In der Bilanz des Krieges werden Journalisten sogar separat aufgeführt. Aber nun steht da nicht mehr drei, sondern „mindestens zwei“. Mohammed Abu Eisha wird heute inzwischen als Kämpfer geführt. Eine Berichtigung findet sich nirgends. Als vor wenigen Tagen eine Delegation internationaler Völkerrechtsexperten nach Gaza kommt und dem PCHR auf eigenen Wunsch hilft, die Klagen gegen Israel vorzubereiten, zeigt man ihnen mehr als ein Dutzend Schauplätze, wo Zivilisten umkamen. Den Ort des Todes von Mohammed Abu Eisha zeigt man ihnen nicht.

          „Eines haben uns die Israelis ja voraus“, hatte Sourani, der Chef des PCHR, dem Reporter aus Deutschland gesagt. „Araber sprechen niemals über ihre Fehler.“

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