https://www.faz.net/-1vs-y6gm

: Edition Google

  • Aktualisiert am

Google will offenbar alles können, natürlich zum Wohle der vernetzten Menschheit. Die Ankündigung des Internetkonzerns, mit Google Buzz auch ins Geschäft mit den sozialen Netzwerken einzusteigen und so direkt in Konkurrenz zu Facebook ...

          NEW YORK, 10. Februar

          Google will offenbar alles können, natürlich zum Wohle der vernetzten Menschheit. Die Ankündigung des Internetkonzerns, mit Google Buzz auch ins Geschäft mit den sozialen Netzwerken einzusteigen und so direkt in Konkurrenz zu Facebook und Twitter zu treten, ist nicht die einzige Neuigkeit der Woche. Wie amerikanische Zeitungen melden, führt Google nun auch Gespräche mit Buchverlagen, um sich als E-Buchhändler zu etablieren. Diese Google Editions werden zwar schon seit einem Jahr angekündigt, aber jetzt scheint Bewegung in die Verhandlungen mit den Verlagen gekommen zu sein, vor allem wegen des neuen iPad und der sich stets erneuernden Kindle.

          Bisher waren die amerikanischen Verleger nicht mit dem Angebot von Google zufrieden, sie mit 63 Prozent des Verkaufspreises eines Buches am Geschäft zu beteiligen. Jetzt aber, da Apple ihnen siebzig Prozent zu garantieren und Amazon gleichzuziehen scheint, muss Google sich flexibel zeigen. Der Wettbewerb unter den Internethändlern ist in diesen Tagen ein rarer Lichtblick für die traditionellen Verlage, die sich sonst an Schreckensnachrichten vom E-Book-Markt gewöhnen mussten. Der wächst zwar schnell, wirft nach wie vor aber wenig Gewinn ab, und Preiskriege zwischen Amazon und Barnes and Noble stellten auch nicht in Aussicht, dass sich daran so bald etwas ändern könnte. Apple hat nun angekündigt, sich mit fünf großen Verlagen darauf geeinigt zu haben, die meisten Neuerscheinungen für Preise von 12,99 bis 14,99 Dollar anzubieten.

          Amazon musste seinen E-Buchpreis von 9,99 Dollar zumindest exemplarweise anheben, nachdem der Verlag Macmillan keine Bücher mehr zu den dafür nötigen Konditionen zur Verfügung stellte. Macmillan bekommt nun siebizig Prozent des von ihm festgesetzten Verkaufspreises. Die von Google bald angebotenen E-Bücher sollen auch auf Handys leuchten, denen das ebenfalls von Google entwickelte System Android zugrunde liegt. Aber sie dürften nicht, wie vorgesehen, auszudrucken und in Auszügen im Cut-and-paste-Verfahren zu verwerten sein. Nicht verwirklichen kann Google wohl auch den Plan, alle durch die Google Editions verkauften Bücher ins firmeneigene Suchprogramm aufzunehmen. J.M.

          Topmeldungen

          Wer macht’s? Annalena Baerbock und Robert Habeck

          Grüne Kanzlerkandidatur : Baerbock oder Habeck?

          Die grüne Spitze kommt gut an. Doch Annalena Baerbock und Robert Habeck wollen nicht darüber reden, wer Kanzlerkandidat wird und mit wem sie im Bund koalieren wollen.
          Verkehrsminister Andreas Scheuer

          Maut-Debakel : Neue Vorwürfe gegen Scheuer

          Hat Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) in der Vergabe der vom europäischen Gerichtshof gestoppten Pkw-Maut getrickst, um die Kosten möglichst niedrig erscheinen zu lassen? Neue Dokumente legen diesen Vorwurf nahe.
          Empfindet Schäubles Äußerungen als „wohltuend“: der frühere Präsident des Verfassungsschutzes Hans-Georg Maaßen

          Streit über Maaßen : Nach der Attacke ist vor der Attacke

          Mit einer gezielt gesetzten Äußerung heizt Wolfgang Schäuble den Streit um einen möglichen Parteiausschluss von Hans-Georg Maaßen weiter an. Wieso macht er das?