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Der Prado im Hochsommer : Geld gefunden, Kunstwerke weg

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Meistens verbinden wir mit Millionen in der Schweiz krumme Geschäfte. In diesem Fall darf man sich freuen: Das Prado in Madrid hat ein Konto entdeckt, auf dem ein großer Mäzen dem Museum einiges hinterlassen hat.

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          Was nach Weihnachten klingt, kam mitten im heißen Hochsommer ans Tageslicht: Der Prado hat in der Schweiz ein Konto mit mehr als einer Million Euro aufgetan und ist Erbe der Summe. Das Konto gehörte Manuel Villaescusa Ferrero, der 1991 sein gesamtes Hab und Gut dem Museum vermachte: 42 Millionen Euro, die, so der Letzte Wille des Anwalts und Immobilienunternehmers, für Ankäufe genutzt werden sollten. Das berühmte Legat hat dem Prado seither schöne Bilder beschert: Werke von El Greco, Georges de La Tour, Sánchez Cotán, Juan van der Hamen y Léon und natürlich von Goya. Von ihm wurden das Selbstporträt, das „Italienische Skizzenbuch“, „Der Hexenflug“ und die „Gräfin von Chinchón“ erworben. Dabei musste der spanische Staat schon für die Condesa de Chinchón etwas dazulegen, weil das Erbe aufgebraucht schien. Dann hatte der Rechnungshof den Prado aufgefordert, im Ausland nach Konten von Villaescusa zu suchen. Zunächst wurde nichts gefunden, doch im November 2013 tauchte das Schweizer Konto auf und wurde dem Prado übergeben. Auch mehrere Gebäude in Madrid konnten inzwischen entdeckt werden, die zum Legat gehören. Es werden also noch viele Ankäufe möglich sein – und Werke in dieser Größenordnung sind natürlich auch katalogisiert.

          Das lässt sich offenbar nicht von allen der insgesamt 27.509 Objekte sagen, die 2012 im Inventar des Prado aufgeführt wurden. Wenige Tage nach der Meldung vom warmen Geldregen sorgte die Nachricht für Unruhe, dem Prado seien 885 Kunstwerke abhandengekommen. Im Bericht des Rechnungshofs war die Zahl ursprünglich noch höher; immerhin 41 Werke konnten inzwischen gefunden werden. Doch es fehlt nicht nur ein Gesamtregister, es befinden sich auch 3206 Werke seit Jahrzehnten in spanischen Institutionen. Andere wurden möglicherweise schon vor langer Zeit durch Brände und Kriege zerstört, sind aber nie aus dem Inventar gestrichen worden, wie es im Prado heißt. Der Museumsplan 2013 bis 2016 sieht vor, dass 1500 Werke in 130 Institutionen überprüft, fotografiert und systematisch erfasst werden sollen. Die eine oder andere Überraschung könnte dabei zutage kommen.

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