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: Eine Richtigstellung zur Geschichte von Suhrkamp

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Zum Artikel „Historische Klarstellung“ von Frank Schirrmacher (F.A.Z.-Feuilleton vom 20. Dezember) muss ich im Hinblick auf die „historische Klarstellung“ eine ...

          Zum Artikel „Historische Klarstellung“ von Frank Schirrmacher (F.A.Z.-Feuilleton vom 20. Dezember) muss ich im Hinblick auf die „historische Klarstellung“ eine Richtigstellung machen, die die von Ihnen behauptete, außer Zweifel stehende Legitimität von Ulla Berkéwicz’ „Anspruch“ auf die Verlagsführung der Gruppe betrifft. Von Ihnen angeführte Begriffe wie „Verantwortung“, „Nachfolger“ und so weiter, insinuieren, dass es, wie Sie erinnern, Siegfried Unselds Wunsch war, Frau Berkéwicz die Geschäftsführung und damit die operative Leitung der Verlage zu übertragen. Dem war nicht so.

          Siegfried Unseld hatte nie vor, Frau Berkéwicz die operative Leitung zu übertragen, sonst hätte er sie ja selbst noch zum Geschäftsführer der Holding bestellt. Mein Vater wollte, dass Günter Berg diese Position bekommt, und hat dies auch schriftlich so festgelegt. Frau Berkéwicz kam bekanntlich erst nach dem Tod meines Vaters durch einen von ihr initiierten Beschluss der Gesellschafterversammlung in die heutige Funktion. Herr Berg musste den Verlag im Eklat verlassen. Mein Vater hatte für Frau Berkéwicz vorgesehen, die Familienstiftung zu leiten und mit Hilfe eines prominent mit Suhrkamp-Autoren besetzen Beirats den Verlag in seiner literarischen und ökonomischen Bedeutung zu fördern. Dieser Beirat, in dem unter anderen von Siegfried Unseld persönlich bestellte Autoren wie Habermas, Enzensberger und Kluge waren, trat zurück, nachdem er sich recht einstimmig gegen die faktische Selbsternennung Frau Berkéwicz’ als Geschäftsführerin der Holding ausgesprochen hatte, sich aber wegen einer speziellen Formulierung in der Beiratssatzung nicht gegen Frau Berkéwicz durchsetzen konnte. Ihr Artikel titelt nun mit dem Paukenschlag der „historischen Klarstellung“. Als der um historische Genauigkeit in diesem Falle Besorgte, ist es mir ein Anliegen, diese Richtigstellung zu machen.

          Und ein Letztes: Völlig richtig weisen Sie auf den Pflichtteil hin, den Frau Berkéwicz in der Tat nicht erhalten hat. Wie wäre es, wenn mein Vater auf dieser Regelung bereits im Ehevertrag als Voraussetzung einer Eheschließung überhaupt bestanden hätte? Wäre nicht auch dieses einmal klarzustellen?

          Dr. Joachim Unseld, Frankfurt am Main

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