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Edle Einspritzer : Magerkost mit Premiumgeschmack

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Zukunftsmotoren schon heute: Im BMW 530i... Bild: Hersteller

Die Magermotoren mit Direkteinspritzung bieten BMW und Mercedes in ihren Premiummodellen. Hier zeigen sie, wie nahe ein Benziner dem Diesel kommen kann, auch wenn der Fahrer dazu etwas Übung braucht.

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          Im Mercedes CLS 350 CGI ersetzt der Direkteinspritzer den gleich großen V6 mit Kanaleinspritzung. Zehn Prozent Minderverbrauch verspricht der Normzyklus, gleichzeitig stieg die Leistung des 3,5-Liter-V6-Motors um 15 auf 215 kW (292 PS). Auch im Drehmoment sattelt der Direkteinspritzer vier Prozent mehr drauf und bietet nun 365 Newtonmeter von 3000 bis 5100/min. Die lassen sich spontan abrufen, denn der Motor hängt im Gegensatz zu den Magerkonzepten der ersten Generation gut am Gas und dreht willig hoch.

          Akustisch läuft der CGI rauher als der Saugrohreinspritzer, er „dieselt“ nach dem Kaltstart hörbar und verleugnet auch bei Betriebstemperatur im Magerbereich nicht sein Brennverfahren. Der erzielte Durchschnittsverbrauch von knapp 11 Liter auf 100 Kilometer liegt naturgemäß über dem Normwert (9,1 Liter), ist aber für ein Coupé dieser Leistungs- und Gewichtsklasse (1735 Kilogramm) günstig. Bei verhaltener Fahrweise lässt sich die Zehnlitergrenze mühelos unterschreiten, unter neun Liter zu kommen fällt schwer.

          Ziemlich großer Schritt

          Der BMW 530i, als ausgewachsene Limousine mit 1.615 Kilo dennoch deutlich leichter, aber auch etwas schwächer (200 kW/272 PS) als der Mercedes CLS, kann das alles etwas besser. Sein nur drei Liter großer Reihensechszylinder wirkt dynamischer und drehfreudiger, zieht subjektiv mindestens ebenso gut durch, obwohl er wegen seines kleineren Hubraums weniger Drehmoment entwickelt (320 Nm bei 2750 bis 3000/min). In den Fahrleistungen gibt es nur marginale Differenzen. Beide beschleunigen in weniger als sieben Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und werden bei 250 km/h abgeregelt. Allerdings läuft der BMW-Motor annähernd vibrationsfrei und lässt sein Verbrennungsverfahren kaum in den Innenraum dringen.

          ...und im Mercedes CLS 350CGI

          Nur bei heruntergekurbelten Seitenfenstern in der Tiefgarage werden die härteren Arbeitsgeräusche hörbar. Mit rund zehn Liter auf 100 Kilometer lässt sich der 530i schon ziemlich zügig bewegen. Wer das Gaspedal streichelt und auf der Autobahn brav die Richtgeschwindigkeit einhält, kommt sogar mit 8,5 Liter über die Runden, ohne als Verkehrshindernis aufzufallen. Das ist schon ein ziemlich großer Schritt, selbst wenn der Normwert von 7,5 Liter kaum realisierbar ist.

          Mageres Fahren erfordert Übung

          Gemessen am CO2-Ausstoß sind sowohl der Mercedes als auch der BMW einer vergleichbaren Dieselmotorisierung ganz nahe gerückt. Allerdings erfordert das Fahren eines Benzin-Direkteinspritzers mehr Aufmerksamkeit als beim Diesel. Auch verliert der alte Spartipp seine Gültigkeit, bei niedriger Drehzahl möglichst mit Vollgas zu beschleunigen. Bei dieser Methode fährt man nämlich sofort aus dem Mager-Kennfeld heraus.

          Dieses reicht bis etwa 4000/min, wobei nicht mehr als höchstens halbe Volllast abgefordert werden sollte. Für niedrige Verbrauchswerte gilt es also, sich so behutsam wie möglich in der Magerzone aufzuhalten, was bei einiger Übung und den ausgedehnten Schichtladekennfeldern auch gelingt. Denn nur dann zeigt die Benzindirekteinspritzung, was sie wirklich kann.

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