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Digitale Entdeckung : Computerkunst von Andy Warhol

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Frühe Copy-and-Paste-Kunst: Eine dreiäuige Venus à la Botticelli von Andy Warhol aus dem Jahr 1985 - am Amiga verfremdet. Bild: AP

Der Erfinder der Pop Art hat auch in der digitalen Welt ganz früh mitgemischt. Das zeigen jetzt Bilder des Künstlers, die auf einer Diskette vergessen wurden.

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          Dass der künstlerische Umgang mit dem Computer keine Erfindung des 21. Jahrhunderts ist, zeigt jetzt eine Entdeckung in den Vereinigten Staaten. Dort sind auf einem dreißig Jahre alten Commodore-Amiga-Computer digitale Experimente des Pop-Art-Künstlers Andy Warhol gefunden worden. 23 Bilder wurden auf Disketten vergessen. 27 Jahre nach Warhols Tod machten Experten die Bilder jetzt zugänglich. Die Firma Commodore hatte Warhol damals gebeten, die Leistung der Graphikkarte zu demonstrieren. Warhol tat es mit Hingabe, doch die Werke verschwanden im Archiv.

          Wer sich verwundert fragt, seit wann Andy Warhol, Pionier unzähliger Techniken, nun auch zu den Begründern der Digitalkunst zählen soll, kann sich in diesem kleinen Film davon überzeugen lassen: Dort zeichnet er „das erste digitale Porträt“ - vor Publikum. „Oh it’s such a great thing“, seufzt er, als er einen „digitalen Snapshot“ von der Schauspielerin Debora Harry machen soll. Es ist das Jahr 1985 und Computer noch sperrige große Apparate.

          Ein Anhänger des Künstlers entdeckte zufällig einen dieser Filme im Internet, in dem Warhol an den Bildern arbeitet, und machte sich auf die Suche nach den Disketten. In einem Computerlabor wurden die Bilder nun wieder sichtbar gemacht. Die Motive sind vertraut: Marilyn Monroe, die berühmte Suppendose und der Künstler selbst. Doch die Pixel und grellen Neonfarben sind nostalgische Zeugnisse des ganz frühen Computerzeitalters.

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