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: Die deutschen Messen profitieren von der Krise

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geg. KÖLN, 29. November. Deutschlands Messen wachsen. Sie profitieren derzeit sowohl von der Wirtschaftskrise als auch von der Entwicklung neuer Medien.

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          geg. KÖLN, 29. November. Deutschlands Messen wachsen. Sie profitieren derzeit sowohl von der Wirtschaftskrise als auch von der Entwicklung neuer Medien. Davon ist Hans-Joachim Boekstegers überzeugt, Vorsitzender des Auma Ausstellungs- und Messe-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft e.V., in dem die ausstellende Industrie und die Messegesellschaften vertreten sind. Deutsche Messen profitieren zum einen davon, dass die deutsche Wirtschaft die stabilste Europas ist. Das hat zur Folge, dass noch mehr ausländische Aussteller auf deutschen Messen ihre Produkte präsentieren, um an deutsche Nachfrager heranzukommen. Gerade in Südeuropa brechen derzeit einige Messen geradezu ein, weil dort die Nachfrage fehlt und deshalb die Aussteller ausbleiben. Selbst wenn einige Weltleitmessen künftig nach Asien und vor allem nach China abwandern sollten, was der eine oder andere Beobachter befürchtet, dann wird Deutschland nach Ansicht von Boekstegers der wichtigste Messeplatz in Europa bleiben.

          Der Messeplatz Deutschland wird auch im laufenden Jahr wachsen. Auf den 161 überregionalen Messen hierzulande ist in den zurückliegenden zwölf Monaten die Zahl der Aussteller um 1,5 Prozent gewachsen. Dass die Zahl der Besucher um 1 Prozent gesunken sei, liege fast ausschließlich am schlechten Besuch der Druckmaschinenmesse Drupa in Düsseldorf, die unter der Strukturkrise der Druckindustrie leide, sagte Boekstegers.

          Die Messen profitieren aber auch davon, dass ihre Bedeutung innerhalb des Marketingmixes der Unternehmen steigt. Nach einer Umfrage des Auma unter der ausstellenden Wirtschaft will jedes vierte Unternehmen seine Ausgaben für Messeauftritte erhöhen und vor allem den Stand vergrößern. Die Kombination des Messeauftritts mit neuen Kommunikationstechniken bietet nach Boekstegers’ Überzeugung gute Möglichkeiten, sich zu präsentieren, sich von Wettbewerbern abzusetzen und Neuheiten zu präsentieren. Während man eine neue Maschine auf dem Stand haptisch wahrnehmen könne, könne man dem Kunden auf dem iPad Anwendungsmöglichkeiten demonstrieren. Die Messeausgaben steigen nach der Umfrage zu Lasten von Zeitschriftenanzeigen und Prospekten. Prospekte würden durch digitale Applikationen und USB-Sticks ersetzt, sagte Boekstegers. Bei der Bedeutung einzelner Marketinginstrumente liege der Messeauftritt neben der eigenen Homepage ganz vorn mit einer Nennung von mehr als 80 Prozent.

          Deutschlands Messegesellschaften nehmen wie nie zuvor auch am internationalen Messegeschäft teil. Die großen inländischen Messegesellschaften planen im kommenden Jahr 275 Messen im Ausland. Das sind zehn mehr als in diesem Jahr und so viele wie noch nie. Wichtigste Zielregion bleibt Ostasien, das größte Wachstum findet in Lateinamerika statt.

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