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: Der Dax erreicht fast 4000 Punkte

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sfu./bf. FRANKFURT, 30. Dezember. Das alte Jahr endet für die Akteure an den weltweiten Aktienmärkten versöhnlich: Der Trend der drei vorangegangenen Jahre, die jeweils mit einem Verlust abgeschlossen wurden, ist durchbrochen.

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          sfu./bf. FRANKFURT, 30. Dezember. Das alte Jahr endet für die Akteure an den weltweiten Aktienmärkten versöhnlich: Der Trend der drei vorangegangenen Jahre, die jeweils mit einem Verlust abgeschlossen wurden, ist durchbrochen. "2003 sahen wir das Ende des Bärenmarkts", blicken die Analysten der Citigroup zurück. Parallel deutete sich in den vergangenen zwölf Monaten an den Rentenmärkten eine Zinswende an. Die Rohstoffmärkte sind geprägt von einem konstant hohen Preis für Rohöl. Der Goldpreis stieg auf den höchsten Stand in fast acht Jahren. Turbulent ging es 2003 auch an den Devisenmärkten zu. Aufgrund einer ausgeprägten Dollarschwäche hat der Euro kräftig aufgewertet. Er erreichte am Dienstag mit 1,2536 Dollar einen historischen Höchststand.

          Am letzten Handelstag des Jahres ist der Deutsche Aktienindex Dax bis auf vier Punkte an die Marke von 4000 Punkten herangekommen. Damit markierte er im frühen Handel ein neues Jahreshoch. Allerdings gelang es dem wichtigsten deutschen Börsenbarometer nicht, diese Hürde zu überspringen. Er ging schließlich bei einem Stand von 3965 Punkten aus dem Handel, was aber immerhin ein Plus von 37,1 Prozent im Jahresverlauf bedeutet. Kein bedeutender Länderindex entwickelte sich in den vergangenen zwölf Monaten besser (siehe Grafik).

          Die Finanzmärkte haben weltweit im abgelaufenen Jahr einen extremen Stimmungswandel durchlaufen. Die ersten Monate waren geprägt von der Angst vor negativen wirtschaftlichen Auswirkungen eines Irak-Kriegs und den Gefahren einer Deflation. Im weiteren Jahresverlauf setzte sich jedoch ein freundlicheres Bild für die Aktienmärkte durch. Ein historisch niedriges Zinsniveau sowie ein umfangreiches Paket von Steuererleichterungen durch die amerikanische Regierung verfehlten ihre kurzfristige Wirkung nicht. Freundliche Frühindikatoren schlugen sich in den Vereinigten Staaten zunehmend auch in harten Konjunkturdaten nieder; im dritten Quartal ist die Wirtschaft dort mit einer Jahresrate von 8,2 Prozent gewachsen. Das wiederum hat die Aussichten für die Unternehmensgewinne enorm verbessert. Der Dow-Jones-Index, in dem die wichtigsten amerikanischen Industriewerte zusammengefaßt sind, stabilisierte sich im Dezember deutlich über der Marke von 10 000 Punkten. Diese freundliche Kursentwicklung an der amerikanischen Leitbörse strahlte unmittelbar auf die anderen Aktienmärkte der Industrieländer aus.

          Vor dem Hintergrund der Kurserholung an den Aktienmärkten sind die Renditen an den Rentenmärkten nach ihrem absoluten Tief Mitte Juni wieder deutlich gestiegen. So rentiert die richtungweisende zehnjährige Bundesanleihe derzeit mit 4,30 Prozent, nach 3,46 Prozent im Juni. Der Rohölpreis befindet sich mittlerweile wieder auf dem Niveau während des Irak-Krieges. Ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent wird derzeit für rund 30 Dollar gehandelt. Gold kostet mit 416 Dollar je Feinunze (31,104 Gramm) soviel wie zuletzt 1996.

          Der Euro hat seit Jahresbeginn gegenüber dem Dollar gut 16 Prozent an Wert gewonnen, gegenüber dem japanischen Yen rund 7 Prozent. Der handelsgewichtete Euro-Index stieg um 11,5 Prozent. Dieser Index lag im ersten Quartal 1999, also zu Beginn der Währungsunion, bei 100 Prozent. Wichtigster Grund für die Aufwertung des Euro war die Schwäche des Dollar, der gegenüber vielen großen Währungen an Wert verloren hat. Dahinter stehen zunehmende Sorgen vieler privater Investoren über die großen Defizite in Amerikas Leistungsbilanz und Staatshaushalt.

          Deutsche Aktien schaffen die Wende, Seite 27

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