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: Crvenkovski Favorit in Mazedonien

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tens. BELGRAD, 27. April. Im Stichentscheid der mazedonischen Präsidentenwahl stehen sich an diesem Mittwoch der scheidende Ministerpräsident Branko Crvenkovski und der Oppositionskandidat Sasko Kedev gegenüber.

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          tens. BELGRAD, 27. April. Im Stichentscheid der mazedonischen Präsidentenwahl stehen sich an diesem Mittwoch der scheidende Ministerpräsident Branko Crvenkovski und der Oppositionskandidat Sasko Kedev gegenüber. Der in den Umfragen führende Crvenkovski, derzeit noch Vorsitzender des regierenden Sozialdemokratischen Bundes, hat für den Fall seiner Niederlage seinen Ausstieg aus der Politik angekündigt. Sein Gegner, ein anerkannter Kardiologe, ist Kandidat und Parlamentsabgeordneter der oppositionellen Demokratischen Partei für die Mazedonische Nationale Einheit. Er war im Land kaum bekannt, bevor ihn seine Partei zu ihrem Bewerber um das höchste Staatsamt machte, das wegen des Todes des am 26. Februar bei einem Flugzeugabsturz verunglückten vorigen Präsidenten Boris Trajkovski neu besetzt werden muß.

          In der ersten Runde am 14. April erhielt Crvenkovski 42 Prozent der Stimmen, Kedev 34 Prozent. Als entscheidend für den Ausgang der Stichwahl gilt nun die Unterstützung der albanischen Minderheit, die ein Viertel der Bevölkerung stellt. Die beiden albanischen Kandidaten waren in der ersten Runde vor zwei Wochen ausgeschieden. Der erfolgreichere von ihnen, Gezim Ostreni, hat seine Anhänger aufgefordert, in der Stichwahl für Crvenkovski zu stimmen. Ostreni gehört der Demokratischen Union für Integration des ehemaligen Freischärlerführers Ali Ahmeti an, die an der Koalitionsregierung in Skopje beteiligt ist. Er erhielt in der ersten Runde fast 15 Prozent der Stimmen und setzte sich damit im inneralbanischen Duell deutlich durch. Arben Xhaferi, Vorsitzender der Demokratischen Partei der Albaner, der zweiten maßgeblichen Kraft der größten Minderheit des Landes, rief seine Anhänger indirekt zu einem Boykott der zweiten Wahlrunde auf. Er gab bekannt, seine Partei unterstütze keinen der Kandidaten. Noch unverblümter forderte Mazedoniens früherer Innenminister Boskovski seine Anhänger auf, den Wahllokalen fernzubleiben. Boskovksi ist bei radikalen Wählern der slawischen Mehrheitsbevölkerung noch immer populär, weil er während des ethnischen Konflikts im Jahr 2001 rücksichtslos durchgreifen ließ.

          Unbekannt ist, ob Ostreni und Ahmeti für ihren Aufruf zur Unterstützung Crvenkovskis politische Gegenleistungen erhalten. Offiziell ist die Präsidentenwahl nicht Gegenstand von Verhandlungen, doch haben die beiden albanischen Politiker in Zeitungsinterviews Forderungen aufgestellt. Ahmeti sprach sich dafür aus, in Mazedonien den Posten eines stellvertretenden Präsidenten zu schaffen (der dann mit einem albanischen Kandidaten zu besetzen wäre), Ostreni verlangte laut mazedonischen Medienberichten, daß ein Albaner Parlamentspräsident werde.

          Die Teilnahme der Albaner ist auch deshalb wichtig, weil die Stichwahl gemäß mazedonischer Verfassung nur gültig ist, wenn mindestens die Hälfte der Wähler daran teilnimmt. Da schon in der ersten Runde nur 55 Prozent der knapp 1,7 Millionen Stimmbürger ihr Wahlrecht nutzten, ist es nicht ausgeschlossen, daß die Wahlen ähnlich wie im vergangenen Jahr in Serbien scheitern könnten. Crvenkovski wird als Regierungschef für die hohe Arbeitslosigkeit und die schlechte Wirtschaftslage verantwortlich gemacht. In der Enttäuschung über die 2002 gewählte Regierung könnte auch eine Chance für Kedev liegen, der sich als "neues Gesicht" des Landes präsentiert. Kedev warb in den albanisch dominierten Gebieten Westmazedoniens auch mit Plakaten in albanischer Sprache für sich und hielt zweisprachige Wahlkampfveranstaltungen ab.

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