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Autohersteller : Rabattschlacht schärfer als je zuvor

  • -Aktualisiert am

Es geht abwärts - mit den Preise: Auslieferungsturm in Volkswagens „Autostadt“ in Wolfsburg Bild: dapd

In Deutschland gibt es derzeit so viele Nachlässe auf Auto-Listenpreise wie nie zuvor: Ein Drittel Nachlass auf Fiats Punto, auf den Golf gut ein Fünftel. Und auch Premiumhersteller wie Audi helfen sich mit taktischen Zulassungen.

          Trotz guter Konjunktur und wachsender Einkommen: Die deutschen Verbraucher bestellen zusehends weniger Neuwagen. Darauf reagieren die Autohersteller mit höheren Preisnachlässen als je zuvor. Im März hat der Rabatt-Index des CAR-Instituts an der Universität Duisburg mit einem Anstieg um elf auf 118 Punkte einen Rekordwert erreicht.

          Während die Anzahl der offenen Verkaufsförderungsaktionen - darunter Sondermodelle, Finanzierungsangebote und Gebrauchtwagenüberzahlungen - angestiegen ist, blieb der Durchschnittsrabatt mit einem Abschlag von 11 Prozent gegenüber dem jeweiligen Listenpreis konstant.

          Leicht gesunken sind die Rabatte der Internetvermittler auf jetzt 18 Prozent. Der VW Golf wird bei Internetvermittlern im Durchschnitt mit 21 Prozent Rabatt angeboten. An der Spitze liegt hier der Fiat Punto mit fast einem Drittel Preisnachlass.

          Als wichtigsten Grund für die Zunahme der Rabattaktionen nennt das CAR-Institut die im Januar und Februar gegenüber demselben Vorjahreszeitraum rückläufigen Auftragseingänge.

          „Größter Preiskampf der letzten fünf Jahre“

          Tatsächlich schrumpften die Bestellungen im deutschen Automarkt um 9 Prozent, bei den ausländischen Herstellern sogar um 12 Prozent. Neben der offenen Werbung mit direkten Rabatten von Marken wie Alfa Romeo, Chevrolet oder Citroën gebe es noch ein zusätzliches Zeichen für den verschärften Preiswettbewerb: die Senkung der Listenpreise bei der rumänischen Renault-Billigmarke Dacia, die bei Rabatten sonst äußerst zurückhaltend agiert.

          Das Ansteigen der Anzahl der offenen Aktionen im März sei überwiegend durch eine größere Anzahl neuer Verkaufsförderungsaktionen bei Ford, Renault und Nissan zustande gekommen.

          „Obwohl die Konjunktur in Deutschland sich in den letzten Monaten deutlich verbessert hat und sich der Arbeitsmarkt weiter verbessert hat, befindet sich die Autobranche in Deutschland im größten Preiskampf der letzten fünf Jahre“, kommentiert Studienautor Ferdinand Dudenhöffer. Die bessere Konjunktur sei im deutschen Automarkt bisher nicht angekommen.

          Taktische Zulassungen stark gestiegen

          Das lässt sich auch an den sogenannten taktischen Zulassungen ablesen, die stark anstiegen. Im Februar wurden laut CAR mehr als 69.000 Fahrzeuge und damit fast ein Drittel aller Neuwagen von Autoherstellern und Händlern zugelassen (taktische Zulassungen).

          Diese Fahrzeuge würden oft nach kurzer Zeit als Tageszulassungen oder junge Dienstwagen mit hohen Preisabschlägen vermarktet. Unter den deutschen Marken hätten Audi, Ford und Opel einen erheblichen Anstieg bei der Eigenzulassungsquote zu verzeichnen. Opel habe 44 Prozent - also fast die Hälfte - seiner Zulassungen im März als taktische Zulassungen in den Markt gebracht.

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