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: Anleger halten China-Aktien für überteuert

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SCHANGHAI, 11. Juni (Bloomberg). Was ist ein chinesischer Fleischproduzent wirklich wert? Diese Frage stellt sich zwangsläufig beim Vergleich der völlig unterschiedlichen Bewertungen von Unternehmen an den Börsen in Schanghai, Hongkong und Singapur.

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          SCHANGHAI, 11. Juni (Bloomberg). Was ist ein chinesischer Fleischproduzent wirklich wert? Diese Frage stellt sich zwangsläufig beim Vergleich der völlig unterschiedlichen Bewertungen von Unternehmen an den Börsen in Schanghai, Hongkong und Singapur. Während Investoren in Festlandchina bereit sind, für Fortune Ng Fung Food (Hebei) Co. ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 146 zu schlucken, kommt China Yurun Food Group Ltd., ein vergleichbares Unternehmen in Hongkong, auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 26. In Singapur wird People's Food Holdings Ltd. lediglich mit dem 11,4-fachen Jahresgewinn bewertet.

          "Solch einen Unterschied gibt es zwischen ihren Geschäften nicht, also sollte es auch nicht solch einen Unterschied in der Bewertung geben", sagt Greg Lesko, Hedge-Fonds-Manager bei Deltec Asset Management in New York. Der chinesische Leitindex CSI 300 müsste um 54 Prozent fallen, um auf ein KGV zu kommen, das mit dem Hang Seng China Enterprises Index in Hongkong vergleichbar ist. Und um 65 Prozent müsste er sinken, um das Niveau der in Singapur gehandelten chinesischen Aktien zu erreichen, geht aus Bloomberg-Berechnungen hervor. Vor allem ausländischen Investoren sind solche Bewertungen zu hoch geworden und wenden sich von China ab. Auch Mark Mobius, Vermögensverwalter bei Templeton Asset Management in Singapur, zieht S-Aktien aus Singapur vor. "Wir haben S-Aktien gekauft, weil die Bewertungen attraktiver sind", sagt er. "Auf längere Sicht wird sich die Bewertungslücke sicher schließen."

          In den fünf Wochen bis zum 6. Juni zogen internationale Investoren so viel Kapital aus China-Fonds ab wie seit mindestens 2002 nicht mehr, zeigen Zahlen von Emerging Portfolio Fund Research aus Cambridge, Massachusetts. Insgesamt flossen aus Fonds, die in die in Hongkong gelisteten sogenannten H-Aktien und in die in Yuan denominierten chinesischen A-Aktien investieren, netto 2,62 Milliarden Dollar (2 Milliarden Euro) ab. Damit haben die ausländischen Investoren innerhalb von zwölf Monaten 3,09 Milliarden Dollar aus China-Fonds abgezogen. Mit zu der Abwanderung hatten warnende Worte von Zhou Xiaochuan, dem chinesischen Zentralbankchef, und vom früheren Chef der amerikanischen Notenbank, Alan Greenspan, beigetragen.

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