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: Abstand zwischen Unterhaltung und Ernst schwindet

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Zum Artikel „Taliban machen sich lustig über Prinz Harry“ (F.A.Z., „Deutschland und die Welt“ vom 24. Januar): Neue Medien werden durchaus zu Kriegszwecken ...

          Zum Artikel „Taliban machen sich lustig über Prinz Harry“ (F.A.Z., „Deutschland und die Welt“ vom 24. Januar): Neue Medien werden durchaus zu Kriegszwecken eingesetzt. Auch Gamification, die Anwendung von Spieledesignprinzipien auf spielfremde Prozesse, hat beim Militär Einzug gehalten. Sie nutzt die Neigung von Menschen aus, sich an Spielen zu beteiligen und auf diese Weise Tätigkeiten mit Freude zu verrichten, die normalerweise als wenig attraktiv betrachtet werden. In den Vereinigten Staaten arbeitet die Unterhaltungsindustrie schon seit längerem mit dem Militär zusammen. Serious Games - Computerspiele, die nicht in erster Linie der Unterhaltung dienen sondern Lernspiele darstellen - werden zu Trainingszwecken angewandt. Militärische Spiele versuchen die Kriegsführung möglichst realistisch darzustellen, um den Anwendern Gefahren und Strategien näherzubringen. So kann es vielleicht sogar Spaß machen, wenn im sonnigen Kalifornien mehrere Soldaten als virtuelle Panzerbesatzung sich an Laptops durch eine afghanische Wüstenlandschaft vorankämpfen und Sprengsätze und Aufständische aufspüren und vernichten.

          Bei dem britischen Prinzen - nach eigenem Eingeständnis ein leidenschaftlicher Videospieler - scheint genau diese Methode auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein. Spielerisch konnte er sich auf den Kampf mit den Taliban vorbereiten, bevor er sich als Bordschütze eines Kampfhubschraubers in die afghanische Provinz begab. Ein Nebenzweck dieser Methode mag es sein, dass der Krieg bei den Soldaten nebenbei und fast unbewusst einen Teil seines Schreckens einbüßt.

          Der Abstand zwischen Unterhaltung und blutigem Ernst schwindet. Die Äußerungen des Prinzen sollten uns daher zum Nachdenken anregen.

          Edith Nelskamp, Weiterstadt

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