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Abnehmen in der Gruppe : Kämpfen um das Traumgewicht

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Prinzip „GESund“

Miriam Eisenhauer rät nicht jedem zum Sport. Die Ökotrophologin und Ernährungsberaterin weist darauf hin, dass sich Sport negativ auswirken könne, wenn er als stressig empfunden werde. Besser seien dann Entspannungsübungen und lange Spaziergänge. Was die Ernährung betrifft, rät Eisenhauer dazu, nach dem Prinzip „GESund“ zu essen, das sie in ihrem gleichnamigen Buch erläutert. Danach sollte jedes Tagesgericht aus einer Gemüse-, Eiweiß- und Sättigungsbeilage bestehen.

Ulrike Woltmann hat zwar auch ihre Ernährung umgestellt. Ihr Wunschgewicht will sie aber mit viel Bewegung erreichen. Seit sie bei der Frankfurter Gruppe von Mobilis dabei ist, läuft sie jeden Tag fünf Kilometer. „Auf halber Strecke macht sogar mein Hund schlapp“, sagt sie. Den lässt sie zu Hause, wenn sie ihre Runde dreht. Durch ihre Krankenkasse ist Woltmann auf das Programm aufmerksam geworden. Wer an mindestens drei Vierteln des Programms teilnimmt, bekommt von vielen Kassen den Großteil der 785-Euro-Gebühr erstattet. Trotzdem sei der Andrang nicht allzu groß, weil das Programm viel Zeit und Motivation fordere, sagt Ernährungsfachmann Winckler. Von Diäten, die mit einer schnellen Gewichtsabnahme werben, rät er ab. Die Erfahrung zeige, dass sie langfristig keinen Erfolg hätten.

Katharina Strang aus Frankfurt hält keine Diät, sondern bewegt sich gerne an der frischen Luft. Die 26 Jahre alte Krankenpflegerin versucht, dreimal in der Woche zum Laufen in den Grüneburgpark zu kommen. Zu Weihnachten hat sie von ihrem Freund einen Schrittzähler bekommen. Strang trägt das kleine Gerät auch im Alltag am Gürtel, um so auf mehr Bewegung zu achten.

Punkte zählen

Allen, die sich kaum selbst zum Sport aufraffen können, helfen vielleicht die Treffen der Weight Watchers helfen. Die ausschließlich weiblichen Teilnehmer einer Mittagsgruppe in Höchst blättern in bunten Broschüren voller Bilder. Auf denen sind die Lebensmittel zu sehen, die sie ohne schlechtes Gewissen verzehren dürfen. Eine rundliche Frau mittleren Alters erzählt, dass sie auf diese Weise in der vergangenen Woche ein Kilogramm abgenommen habe. Weitere neun will sie in den nächsten sechs Monaten loswerden.

Wer andere als die abgebildeten Lebensmittel essen möchte, muss Punkte zählen. Die Mitglieder bei Weight Watchers erhalten eine persönliche Punktmenge, die von Geschlecht, Alter, Größe und Gewicht abhängt. Ebenso bekommen alle Lebensmittel einen Punktwert zugeteilt. Jeden Tag dürfen die Teilnehmer nicht mehr als die individuell erlaubten Punkte verbrauchen.

Für eine ältere, recht schlanke Frau hat sich das Punktezählen ausgezahlt. Warum sie in der Runde ist, erfahren die Teilnehmer, als sie sich zu Wort meldet. Sie habe ihr Wunschgewicht schon erreicht und könne an den Sitzungen deshalb fortan teilnehmen, ohne zu zahlen - solange sie nicht mehr als zwei Kilogramm über ihrem Idealgewicht liegt.

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