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: 20 000 Burmesen demonstrieren gegen die Junta

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job. JAKARTA, 23. September. In Burma ist es am Wochenende zu den größten Demonstrationen gegen die Militärjunta seit dem Ende der achtziger Jahre gekommen. Am Sonntag sammelten sich etwa 20 000 Menschen in mehreren Städten des Landes.

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          job. JAKARTA, 23. September. In Burma ist es am Wochenende zu den größten Demonstrationen gegen die Militärjunta seit dem Ende der achtziger Jahre gekommen. Am Sonntag sammelten sich etwa 20 000 Menschen in mehreren Städten des Landes. Allein in Rangun zogen mehr als 5000 Mönche durch die Straßen und wurden von Tausenden Menschen begleitet. Am Vortag hatten die Sicherheitskräfte zur Überraschung von Beobachtern eine kurze Kontaktaufnahme zwischen den demonstrierenden Mönchen und der unter Hausarrest stehenden Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi zugelassen.

          Der Protest der Mönche hält seit einer knappen Woche an und dehnt sich weiter aus. Am Samstag gingen in der zweitgrößten Stadt, Mandalay, 10 000 Mönche auf die Straße. Zu Demonstrationen kam es auch in Myitkyina, Sagaing und Magwe. Erstmals beteiligten sich auch Nonnen; in Rangun mischten sich etwa 150 Frauen in religiösen Gewändern in die Protestzüge. Anders als zu Beginn der Demonstrationen forderten die Mönche in Rangun die Bürger auf, sich einzugliedern. Noch immer waren kaum regierungsfeindliche Parolen zu hören. Stattdessen sangen die Menschen religiöse Lieder und beteten.

          Als ein Teil des Demonstrationszuges am Samstag vor dem für gewöhnlich abgesperrten Haus von Frau Suu Kyi vorbeizog, trat diese aus der Haustür und grüßte die Mönche. Mit einem der Anführer führte sie ein kurzes Gespräch. Aung San Suu Kyi, deren Wahlsieg im Jahr 1990 von den Generälen nie akzeptiert wurde und die wenig später den Friedensnobelpreis erhielt, verbrachte elf der vergangenen 17 Jahre in Hausarrest. Sie gilt unverändert als die Hoffnungsträgerin der unterdrückten Demokratiebewegung. Am Sonntag war das Haus von Frau Suu Kyi wieder weiträumig abgeriegelt. Die Mönche zogen vor die chinesische Botschaft. China und Indien unterstützen die Junta. Jene Demokratieaktivisten, die die Sanktionen des Westens gegen Burma befürworten, machen vor allen China dafür verantwortlich, dass die Isolationspolitik der vergangenen Jahrzehnte nicht verfangen hat. Burma wird seit 1962 von Generälen regiert.

          Dass die Sicherheitskräfte bislang kaum eingegriffen haben, erklären sich Beobachter mit der heiklen Lage der Militärregierung. Mönche werden im mehrheitlich buddhistischen Burma verehrt, und obwohl sie in den vergangenen Jahrzehnten wiederholt gegen die Generäle Stellung bezogen haben, genießen sie auch bei der Junta Respekt. Ein gewaltsames Eingreifen berge die Gefahr, dass sich die Proteste in einen Massenaufstand verwandeln, heißt es unter Burma-Kennern in Bangkok. Gleichwohl wird nicht ausgeschlossen, dass sich das Kalkül der Junta jederzeit ändert und der Straßenprotest gewaltsam unterbunden werden könnte.

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