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Fernsehen : Grimme-Preis 2006 für „Stromberg“

  • Aktualisiert am

Chef hört mit: Christoph Maria Herbst als „Stromberg” Bild: Pro Sieben

Die Quoten machten Pro Sieben nie glücklich, die Qualität der Serie aber überzeugte: Nun erhält die Büro-Comedy „Stromberg“ den wichtigsten deutschen Fernsehpreis. Gleich drei Fernsehfilme bekommen den Grimme-Preis mit Gold.

          Der Grimme-Preis mit Gold wird in diesem Jahr an drei Fernsehfilme verliehen: „Hierankl“, „Marias letzte Reise“ und „Der scharlachrote Engel“ aus der Krimireihe „Polizeiruf 110“.

          Das teilte der Direktor des Grimme-Instituts, Uwe Kammann, am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf mit. Der einzige Preis für einen Privatsender geht an die Pro-Sieben-Reihe „Stromberg“ mit Christoph Maria Herbst. Die Verleihung der Grimme-Preise findet am 31. März in Marl statt.

          Laut Kammann ist 2005 „nicht nur ein starkes, sondern ein herausragendes Fernsehjahr gewesen“. Dies gelte vor allem für den Bereich der Fiktion. Die Regisseure Dominik Graf und Andreas Kleinert, die jeweils für einen „Polizeiruf 110“ geehrt werden, sind bei Grimme schon Stammgäste: Für Graf ist es der fünfte Grimme-Preis, für Kleinert der vierte.

          Johanna Wokalek in „Hierankl”

          Zu den von Grimme ausgezeichneten Darstellern zählen Michaela May, Edgar Selge, Nina Kunzendorf, Monica Bleibtreu, Barbara Sukowa, Josef Bierbichler, Peter Simonischek und Johanna Wokalek. Der erfolgreichste Sender mit fünf Preisen ist in diesem Jahr Arte, gefolgt von ARD und ZDF mit je vier Beiträgen. Dreizehn Preisen für die öffentlich-rechtlichen Anstalten steht ein einziger für einen Privatsender gegenüber - eben für „Stromberg“.

          Gleich zwei Preise erhält Annett Dittert für ihre Dokumentationsreihe „Abenteuer Glück“ (ARD/WDR) - einen Grimme-Preis sowie den Publikumspreis der „Marler Gruppe“. „Abenteuer Glück“ erzählt anhand einzelner Lebensepisoden in Kalkutta, Südchina, Mali und auf Hawaii davon, was Glück für Menschen in verschiedenen Kulturen bedeuten kann.

          Einziges Manko des Fernsehjahres 2005 ist für das Grimme-Institut das Fehlen von „brillanten, intelligenten und amüsanten Unterhaltungssendungen“.

          Die Preisentscheidungen im Überblick

          Wettbewerb „Fiktion & Unterhaltung“

          Adolf-Grimme-Preis mit Gold an Hans Steinbichler (Buch/Regie), Bella Halben (Kamera), Johanna Wokalek, Barbara Sukowa, Josef Bierbichler, Peter Simonischek (Darstellung) für „Hierankl“ (BR/Arte/SWR)

          Adolf-Grimme-Preis mit Gold an Ariela Bogenberger (Buch), Rainer Kaufmann (Regie), Monica Bleibtreu (stellv. für das Darstellerteam) für „Marias letzte Reise“ (ARD/BR)

          Adolf-Grimme-Preis mit Gold an Günter Schütter (Buch), Dominik Graf (Regie), Michaela May, Edgar Selge, Nina Kunzendorf (Darstellung) für „Polizeiruf 110: Der scharlachrote Engel“ (ARD/BR)

          Wettbewerb „Fiktion & Unterhaltung“

          Adolf-Grimme-Preis an Stefan Rogall (Buch), Andreas Kleinert (Regie), Thomas Plenert (Kamera), Imogen Kogge, Johanna Gastdorf (Darstellung) für „Polizeiruf 110: Kleine Frau (ARD/RBB)

          Adolf-Grimme-Preis an Alexander Osang (Buch), Matti Geschonneck (Regie) für „Die Nachrichten“ (ZDF)

          Adolf-Grimme-Preis an Ralf Husmann, Moritz Netenjakob, Lars Albaum, Dietmar Jacobs und Ron Markus (Buch), Christoph Maria Herbst (Darstellung) für „Stromberg“ (Pro Sieben

          Wettbewerb „Information & Kultur“

          Adolf-Grimme-Preis an Annette Dittert (Buch/Regie) für „Abenteuer Glück“ (ARD/WDR)

          Adolf-Grimme-Preis an Klaus Stern (Buch/Regie) für „Weltmarktführer - Die Geschichte des Tan Siekmann“ (ZDF)

          Adolf-Grimme-Preis an Eugene Jarecki (Buch/Regie) für „die story: Why we fight - Die guten Kriege der USA“ (WDR/BBC/Arte)

          Adolf-Grimme-Preis an Michael Richter (Buch/Regie) für „Abschiebung im Morgengrauen“ (NDR)

          Adolf-Grimme-Preis an Loretta Walz (Buch/Regie) für „Die Frauen von Ravensbrück“ (MDR/RBB/SWR)

          Wettbewerb „Spezial“

          Adolf-Grimme-Preis an Claire Doutriaux für die Idee, Gestaltung und Realisation des Kulturmagazins „Karambolage“ (Arte)

          Adolf-Grimme-Preis an Justin Webster und Daniel Hernández für „FC Barcelona“ (ZDF/Arte/BBC/TVC/NTS) als herausragendes Beispiel für kritische Hintergrundberichterstattung im Bereich Sport

          Adolf-Grimme-Preis an Edda Baumann-von Broen (Konzept/Produktion), Cordula Kablitz-Post (Produktion/Regie), Martin Pieper (Konzept/Redaktion), Hasko Baumann (Buch/Regie) für „Durch die Nacht mit…“ (ZDF/Arte)

          Die Besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbandes für Verdienste
          um die Entwicklung des Fernsehens wird vergeben an Elke Heidenreich
          Sonderpreis „Kultur“ des Landes NRW an Artem Demenok (Buch/Regie) für „Welthauptstadt Germania“ (Arte/RBB/SWR)

          Publikumspreis der „Marler Gruppe“ an Annette Dittert (Buch/Regie) für „Abenteuer Glück“ (ARD/WDR)

          Das Mercedes-Benz-Förderstipendium wird vergeben an Alejandro Cardenas-A. für Alias Alejandro (ZDF)

          Quelle: Grimme-Institut

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