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F.A.Z. Hauptwache : Vier Türme, Sechs Wochen, Kein Gebet

Im Fastenmonat leer: Kontakbeschränkungen stellen muslimische Gemeinden in diesem Jahr vor besondere Herausforderungen. Bild: Wolfgang Eilmes

Der Betrieb beim Hochhausprojekt Four läuft auch in der Krise weiter. Montag kehren die ersten hessische Schüler in ihre Klassenzimmer zurück. Moscheegemeinden wollen ihre Freitagspredigten durch einen Gebetsruf ersetzen. Das und was sonst noch wichtig ist in Rhein-Main, steht in der F.A.Z.-Hauptwache.

          3 Min.

          Guten Morgen,

          Matthias Alexander

          Redakteur im Feuilleton.

          wer vier Hochhäuser gleichzeitig in der Frankfurter Innenstadt baut, der muss an vieles denken. Die Logistik für solche Baustellen ist eine Wissenschaft für sich, zumal wenn noch ein paar Extras berücksichtigt werden müssen. So hat sich der Projektentwickler Groß & Partner, der das Riesenvorhaben namens Four errichtet, eine Waschanlage für die Reifen der Lastwagen, die das Gelände verlassen, einfallen lassen. Das verringert den Ärger mit den Nachbarn, die unter dem Lärm schon genug zu leiden haben. Unser Immobilienexperte Rainer Schulze hat gemeinsam mit Redaktionsfotograf Wolfgang Eilmes die Baustelle besucht, auf der bisher trotz der Corona-Pandemie alles nach Plan verläuft. Ausbleibende Bauleute und fehlendes Material könnten allerdings zum Problem werden, wenn die Krise Europa noch sehr viel länger im Griff haben sollte.

          Am Montag sind die sechswöchigen kombinierten Oster- und Coronaferien in den hessischen Schulen vorbei, zumindest für jeden fünften Schüler. Dann öffnen die Lehranstalten nämlich ihre Türen wieder: die Grundschulen für die Viertklässler, die weiterführenden Schulen für die Abschlussklassen. Schon klar, es waren keine sechswöchigen Ferien, das war nur eine kleine Spitze gegen jene Lehrer und Schüler, die sich in der Ausnahmesituation einen schlanken Fuß gemacht haben. Viele andere haben sich bemüht, die Herausforderung zu meistern. Seit Tagen schon sind die Schulen damit beschäftigt, ihre Räumlichkeiten so herzurichten, dass sie den strikten hygienischen Vorgaben entsprechen. Eine Mammutaufgabe, ist man sonst doch kaum in der Lage, ein Normalmaß an Sauberkeit zu gewährleisten. Matthias Trautsch schildert die Lage und hebt in seinem Kommentar die pädagogische Verantwortung der Lehrer hervor.

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          Gestern Abend erreichte die Redaktion recht spät noch eine Mitteilung der Frankfurter Integrationsdezernentin Sylvia Weber (SPD). Unmittelbar vor Beginn des muslimischen Ramadan ließ Weber wissen, dass einige Frankfurter Moscheegemeinden ihre Freitagspredigten während des Fastenmonats durch einen Gebetsruf ersetzen würden. Sie wollen damit einen Ersatz dafür schaffen, dass sich die Gläubigen während dieser für sie besonders wichtigen Zeit nicht in der Moschee zum gemeinsamen Gebet versammeln dürfen. Viele Frankfurter werden also die neue Erfahrung machen, dass in ihrer Stadt ein Muezzin-Ruf zu hören ist. Ziemlich wahrscheinlich war der Zeitpunkt der Mitteilung von Weber taktisch gewählt, um längere Debatten über die Entscheidung zu vermeiden. Wir werden morgen in der Sache recherchieren. Heute schon berichtet Marie Lisa Kehler, wie die Muslime in der Region in diesem Jahr den Ramadan begehen.

          Und außerdem gibt es im Landtag Streit um eine Software des amerikanischen Unternehmens Palantir, mit der aus unterschiedlichsten Quellen rasch ein Lagebild in der Corona-Krise erstellt werden kann, soll in Frankfurt vom 4. Mai an wieder der reguläre Fahrplan für den öffentlichen Nahverkehr gelten, soll die Frankfurter Messe Automechanika vom 8. bis zum 12. September nach jetzigem Stand stattfinden.

          Einen angenehmen Tag wünscht Ihnen

          Ihr Matthias Alexander

          Der Tipp zum Wochenende

          Komplizierte Spiele-Anleitungen haben schon mancher heiteren Runde die Laune verdorben: „Bist du endlich fertig mit Lesen?“ – „Gleich…“ – „Mann, das dauert, lass uns doch endlich anfangen, dann sehen wir schon.“ – „Lies doch selber, wenn es dir nicht schnell genug geht!“ Das ist bei „Just One“ nicht zu befürchten. Die Jury, die „Just One“ als „Spiel des Jahres 2019“ auszeichnete, vermerkt lobend, es sei „insbesondere durch seine Einfachheit genial“. Im Kern geht es darum, dass ein Spieler einen Begriff erraten muss, der auf einem Kärtchen steht, das nur die anderen sehen. Die schreiben jeweils ein Wort als Hinweis auf, ohne miteinander zu reden. Doppelungen werden aussortiert, dann bekommt der Ratende die Hinweise zu sehen. Er hat nur einen Versuch, den gesuchten Begriff zu nennen. Mitspielen können drei bis sieben Teilnehmer im Alter von acht Jahren aufwärts. Eine Runde dauert etwa 20 Minuten. Über das Preisvergleichsportal idealo.de war „Just one“ in dieser Woche online für etwa 16 Euro zu bekommen, beispielsweise bei der Buchhandelskette Thalia.

          Wetter

          Wieder scheint häufig die Sonne, aber bei maximal 22 Grad ziehen auch Wolkenfelder durch. Es bleibt trocken.

          Geburtstag haben

          am Freitag

          Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Bank AG, Frankfurt (50); Karsten Storck, Domkapellmeister in Mainz (47);

          am Samstag

          Volker Rebell, Radiomoderator und Musiker, Leiter der "Rebell(i)schen Studiobühne", Offenbach (73); Heinz-Georg Sehring (FL-NEV), Fraktionsvorsitzender im Kreistag Offenbach (68); Lothar Herbst, von 2006 bis Dezember 2019 Vorstandsmitglied der Mainova AG, Geschäftsführer der Stadtwerke Frankfurt (64); Florian Koch, Kulturmanager und Geschäftsführer des Nonbook-Verlags Metermorphosen, Frankfurt (53); Tammo Diemer, Geschäftsführer der Deutschen Finanzagentur GmbH, Frankfurt (51); Christian Elsner, Kaufmännischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz (47); Claudia Salman-Rath, Leichtathletin der LG Eintracht Frankfurt, deutsche Meisterin im Weitsprung (34);

          und am Sonntag

          Klaus Minkel (CDU), ehrenamtlicher Stadtrat in Bad Vilbel (72); Reinhard Birkert (SPD), Stadtverordnetenvorsteher in Eschborn (67); Bert Albers, Kanzler der Frankfurt University of Applied Sciences (60); Hans Van Bylen, von 2018 bis März 2020 Präsident des Verbands der Chemischen Industrie, Frankfurt (59); Thomas Duve, Direktor am Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte, Frankfurt (53).

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