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Bezahldienste : EZB-Direktor warnt vor Abhängigkeit von Paypal & Co.

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Das amerikanische Tech-Unternehmen Paypal hat Maßstäbe gesetzt, wenn es um das Bezahlen geht. Bild: EPA

Wie sehr ist Europa auf die Dienste amerikanischer Tech-Unternehmen angewiesen? Zu sehr, sagt ein Notenbanker – und appeliert an die Banken.

          EZB-Direktor Yves Mersch hat eine größere Unabhängigkeit Europas von ausländischen Bezahldiensten gefordert. Die europäischen Anbieter müssten sich stärker international ausrichten, sagte Mersch auf einer Veranstaltung in Paris. Sonst bestehe die Gefahr, dass die Abhängigkeit von ausländischen Konzernen zunehme.

          „In der Tat haben große außereuropäische Firmen inzwischen eine erhebliche Bedeutung für das Bereitstellen von Bezahldiensten in Europa, während europäische Banken sich ausschließlich auf die Bedienung ihrer nationalen Märkte konzentrieren.“ In der Autoindustrie setzten europäische Fahrzeuge Standards in punkto Qualität und Verlässlichkeit. „Es gibt keinen Grund, warum sich dieser Erfolg nicht im Bereich der Bezahldienste oder generell Finanzdienstleistungen wiederholen lässt.“

          Die amerikanische Firma Paypal dominiere in Europa inzwischen die Online-Bezahlformen, sagte Mersch. Zudem würden amerikanische Technologiekonzerne wie Google, Apple, Facebook und Amazon mittlerweile auch Zahlungsdienste anbieten, während gleichzeitig  chinesische Internet-Konzerne wie Alibaba and Tencent voran preschten.

          Nach Einschätzung des EZB-Direktors besteht die Gefahr, dass die Abhängigkeit von ausländischen Anbietern bei Neuerungen im Zahlungsverkehr künftig noch weiter zunehme. Kritisch sieht der Notenbanker zudem, dass es in Europa bislang kein integriertes und standardisiertes Netzwerk für Kartenzahlungen gibt. Die Netze großer Anbieter wie der deutschen EC-Karte und der französischen Cartes Bancaires blieben weiterhin getrennt. Auch deshalb sei es nach wie vor praktischer, bei Reisen innerhalb Europas Karten ausländischer Anbieter zu nutzen.

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