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Europäische Zentralbank : Der Leitzins bleibt bei vier Prozent

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Bild: FAZ.NET

Zum ersten Mal in diesem Jahr hat der Zentralbankrat getagt. Die Währungshüter lassen die Zinsen im Euro-Raum vorerst bei vier Prozent. Doch die hohe Inflation bereitet ihnen Sorge: „Wir werden nicht zulassen, dass die Inflationsrate weiter ansteigt“, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet in Frankfurt.

          Die Europäische Zentralbank (EZB) ist besorgt über die hohe Inflation im Euro-Raum und neigt zu weiteren Zinserhöhungen. „Wir werden nicht zulassen, dass die Inflationsrate weiter ansteigt“, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Donnerstag in Frankfurt. Die Notenbank werde entschieden dagegen vorgehen, dass überzogene Lohnsteigerungen in den kommenden Tarifverhandlungen die Preise weiter nach oben trieben. „Wir werden solche Zweitrundeneffekte nicht tolerieren, das ist glasklar“, betonte Trichet. Am Donnerstag ließ die EZB trotz der hohen Inflation den Leitzins vorerst unverändert bei 4,0 Prozent. Es war die erste Sitzung mit den neuen Euro-Mitgliedern Malta und Zypern.

          „Wir haben das Für und Wider einer Zinserhöhung oder keiner Zinserhöhung besprochen und haben uns entschieden, die Zinsen unverändert zu lassen“, sagte Trichet und deutete damit indirekt an, dass eine Zinssenkung nicht in Frage komme. Seit Monaten steckt die EZB in einer Zwickmühle: Niedrigere Zinsen könnten die Inflation anheizen, weil Kredite günstiger werden. Höhere Zinsen würden Kredite verteuern und könnten die ohnehin von dem starken Euro und der Finanzmarktkrise belastete Konjunktur dämpfen.

          Auch die britische Notenbank ließ Leitzins unverändert

          Im Dezember war die Teuerung im Euro-Raum wegen gestiegener Öl- und Lebensmittelpreise auf 3,1 Prozent geklettert. „Die Inflationsrate wird auch in den kommenden Monaten über zwei Prozent verharren und 2008 nur etwas zurückgehen“, sagte Trichet. Die EZB sieht Preisstabilität bei 2,0 Prozent gewahrt. Die Aussichten für das Wirtschaftswachstum seien aber trotz der Finanzmarktkrise und des starken Euro gut.

          Die Währungshüter haben den Zins seit einem halben Jahr nicht mehr angerührt

          Der Notenbankpräsident kündigte wegen der anhaltenden Unsicherheiten am Geldmarkt weitere Finanzspritzen für Geschäftsbanken an: Am 17. Januar werde die EZB zehn Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Seit Ausbruch der Finanzmarktkrise im vergangenen Sommer hatten Notenbanken weltweit mehrfach Milliarden zur Verfügung gestellt. Infolge der amerikanische Immobilienkrise leihen sich Banken untereinander nicht mehr im sonst üblichen Maße Geld aus, so dass es am Geldmarkt Engpässe gibt.

          Ausgestanden ist die Finanzmarktkrise nach Ansicht von Trichet noch nicht. Es sei auch „falsch zu glauben, die Dinge würden sich in Luft auslösen“, sobald die Bilanzen der Banken für das Jahr 2007 vorlägen. „Gleichzeitig ist klar, dass wir Transparenz, Klarheit und Wahrheit einfordern“, betonte Trichet.
          Seit Juni 2007 liegt der Leitzins im Euro-Raum konstant bei 4,0 Prozent. Auch die britische Notenbank ließ ihren Leitzins am Donnerstag wie erwartet unverändert bei 5,50 Prozent.

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