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Erster Sieg in der WM-Hauptrunde : Mit Spaß und Siegeswillen frischen Mut geschöpft

  • -Aktualisiert am

Über die Schmerzgrenze hinaus: Schwarzer (l.) und Co gingen bissig zur Sache Bild: AP

Das deutsche Handball-Nationalteam ist bei der WM im eigenen Land in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Zum Auftakt der Hauptrunde besiegte die Brand-Auswahl Slowenien verdient mit 35:29. Heute trifft das Team in Dortmund auf Tunesien.

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          Die Deutschen sprachen von Spaß, die Slowenen von Schande. Die einen glaubten, einen beträchtlichen Fortschritt gemacht zu haben. Die anderen fühlten sich betrogen. Das sportliche Duell am Mittwoch in Halle hatte die deutsche Handball-Nationalmannschaft souverän für sich entschieden - und sie bewahrte sich mit dem 35:29 über Slowenien die Chance, wenigstens das Viertelfinale der Weltmeisterschaft zu erreichen.

          Die Deutschen gerieten zum Auftakt der Hauptrunde nie ernsthaft in Gefahr, zumal sie diesmal die Vorgaben von Bundestrainer Heiner Brand, zu einem gewissen Teil jedenfalls, beherzigten. Zufrieden sagte Brand deswegen auch, dass sein Team diesmal einen „unbedingten Siegeswillen“ offenbart habe. Sein slowenischer Kollege Kasim Kamenica hingegen klagte bitter. Er griff den Internationalen Handball-Bund an und ebenso den Deutschen Handball-Bund, weil er Slowenien von den beiden dänischen Schiedsrichtern krass benachteiligt wähnte. Brand wies die Vorwürfe entschieden zurück. Er sei erstaunt über diese Ausführungen, sagte er. „Ich gehe davon aus, dass sie nicht so ernst gemeint waren.“

          Kein Befreiungsschlag

          Die Deutschen präsentierten sich diesmal tatsächlich so entschlossen, dass sie sehr gut alleine mit ihrem Gegner zurechtkamen. Mehr Bewegung und Dynamik, mehr Leidenschaft und auch Sicherheit, neun Tore des Rückraumschützen Pascal Hens, dazu ein bisweilen exzellent parierender Torhüter Henning Fritz und ein kaum minder starker Johannes Bitter: Das waren am Mittwoch vor wiederum 11. 000 Zuschauern in Halle die Grundlagen für den Erfolg. Er dürfte das deutsche Team selbstbewusster machen, von einem Befreiungsschlag jedoch kann wohl noch keine Rede sein. Deutschland muss sich an diesem Donnerstag gleich wieder beweisen; dann trifft es in der Dortmunder Westfalenhalle auf Tunesien. Und so verlangte Brand umgehend, dass die Leistung vom Mittwoch gegen die Afrikaner bestätigt werden müsse. Der Magdeburger Bitter scheint darin kein Problem zu sehen. „Wir haben alles wiedergutgemacht“, behauptete er gelöst nach dem 35:29 in Anspielung auf die Niederlage gegen Polen, „jetzt geht alles lockerer von der Hand.“

          Nur einer kann es noch nicht recht glauben: Heiner Brand

          Die Deutschen bemühten sich offensichtlich, ihre Angriffe geduldiger als bisher vorzubereiten; Brand hatte zuletzt schließlich auch moniert, dass manches zu schnell gehe, dass mehr Konzentration nötig sei. Der Ball zirkulierte diesmal jedenfalls länger, ehe die Spieler den Abschluss suchten. Das machte sich bezahlt. Deutschland erarbeitete sich schnell eine Führung, und es entwickelte dabei auch Druck aus dem Rückraum, durch den Hamburger Hens zum Beispiel. Daran hatte es bei den vergangenen Auftritten ebenfalls gemangelt. Der sprunggewaltige Hens hatte Selbstvertrauen genug, immer wieder zum Wurf anzusetzen - und er wurde dafür auch belohnt. Auch er war vor der WM verletzt, am Mittwoch jedoch ließ nichts auf eine Beeinträchtigung schließen. Hens wurde zu einer bestimmenden Figur.

          Deutsches Team zeigt „passende Reaktion“

          Gegen die Slowenen, die sich weniger schlagkräftig präsentierten als die Polen, wagte Brand auch ein Experiment: Er stellte Rückkehrer Christian Schwarzer in die Mitte der Abwehr. Der Lemgoer hat mit einer solchen Rolle wenig Erfahrung, aber er kann von dieser Position aus beim Übergang von der Defensive in die Offensive direkt an den Kreis eilen. Damit wird ein personeller Wechsel vermieden. Schwarzer, der für den verletzten Andrej Klimowets nachnominiert wurde, beteiligte sich dann auch am munteren Torewerfen. Und er hielt seinen Mitstreitern schließlich zugute, nach dem Rückschlag gegen die Polen die „passende Reaktion“ gezeigt zu haben.

          Der Magdeburger Oliver Roggisch, ein wirklicher Verteidigungsspezialist, bereitete Brand dagegen ein wenig Sorge. Roggisch verrichtete sein Handwerk zu ungestüm, innerhalb der ersten 19 Minuten erhielt er dafür zwei Zeitstrafen. Brand schickte den Mann, dessen Einsatzwillen er vor kurzem noch gepriesen hatte, daraufhin erst einmal nicht mehr auf das Feld. Seinen Posten übernahm, an der Seite von Schwarzer, der Lemgoer Sebastian Preiß. Störend auf das deutsche Spiel wirkte sich diese Rochade keineswegs aus. Brands Gefolgsleute verfolgten ihre Marschroute weiterhin konsequent. Und sie konnten sich schließlich zu Recht in Halle feiern lassen. Für eine Abschiedsvorstellung, die ihnen selbst frischen Mut gab für die kommenden Herausforderungen.

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