https://www.faz.net/-irf-9whzh

Deniz Yücel : Yücel-Prozess geht weiter

  • Aktualisiert am

Deniz Yücel, Journalist der «Welt». Bild: dpa

Der „Welt“-Reporter Deniz Yücel wurde in der Türkei wegen Propaganda und Volksverhetzung angeklagt. Die Anklage steht jedoch im Widerspruch zu einem Urteil des Verfassungsgerichts.

          1 Min.

          In der Türkei setzt die Justiz die Verfolgung kritischer Journalisten fort. Nachdem im Januar bekanntwurde, dass die Prozesse gegen die Schriftstellerin Asli Erdogan und die Menschenrechtsanwältin Eren Keskin fortgeführt werden, hat Veysel Ok, der Anwalt des „Welt“-Reporters Deniz Yücel, mitgeteilt, dass der Staatsanwalt für seinen Mandanten, dem Terrorunterstützung vorgeworfen wird, bis zu sechzehn Jahre Haft fordert.

          Der Staatsanwalt habe sein Plädoyer beim Prozesstermin am Donnerstag nicht laut verlesen, sondern schriftlich eingereicht. Ok fordert nun mehr Zeit für die Verteidigung. Der Prozess soll am 2. April fortgesetzt werden. Yücel selbst ist nicht anwesend. Die Vorwürfe des Staatsanwalts lauten auf Propaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK sowie Volksverhetzung. Beide Anschuldigungen seien „rechtswidrig“, sagte Ok. So gebe es ein Urteil des Verfassungsgerichts, dem zufolge der Inhalt von Yücels Artikeln von der Pressefreiheit gedeckt sei. „Entweder er hat es nicht gelesen, oder er hat es ignoriert“, sagte Ok. Die Artikel, die Yücel als Korrespondent der „Welt“ geschrieben hatte, waren ein zentraler Punkt in der Anklageschrift. Hinsichtlich des Vorwurfs, für die Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen Propaganda betrieben zu haben, forderte der Staatsanwalt Freispruch, jedoch zusätzlich eine Bestrafung wegen Präsidentenbeleidigung.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            im F.A.Z. Digitalpaket

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Verurteilter Vergewaltiger : Wer ist der Verdächtige im Fall Maddie?

          Christian B. stammt aus Würzburg und verbüßt gerade eine Haftstrafe in Kiel. Aus Gerichtsberichten lässt sich das Leben eines Mannes nachzeichnen, der immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt geriet – und durch brutale Taten auffiel.
          Betrachtet man Pornographie als eine Droge, handelt es sich um eine, die so leicht verfügbar ist wie nie zuvor. (Symbolbild)

          Porno-Sucht : Den Sex zu zweit muss er erst lernen

          Martin Beck war sein halbes Leben lang süchtig nach Pornos. Jetzt will er widerstehen. Und sucht nach dem richtigen Umgang mit Ecken des Internets, aus denen er sich eigentlich fernhalten will.
          Keir Starmer, Vorsitzender der Labour-Partei, spricht vor seinem Haus mit Journalisten.

          Labour-Chef teilt aus : Frontalangriff auf Boris Johnson

          In der nationalen Krise scheute sich die britische Opposition lange davor, zu viel Kritik am Premierminister zu üben. Doch jetzt holt Labour-Chef Keir Starmer den Säbel raus.