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Einspruch exklusiv : "Verantwortungseigentum" oder "Benefit Corporation"?

  • -Aktualisiert am

Verantwortung per Rechtsform aus dem Hut zaubern? (Symbolbild) Bild: Getty

Kann eine neue Gesellschaftsform verantwortliches Unternehmertum gewährleisten? Und wie verhält sich die Idee des Verantwortungseigentums zu ähnlichen Ansätzen aus dem Ausland? Eine Kolumne.

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          Eine neue Idee macht Furore: "Verantwortungseigentum", genauer: eine neue Rechtsform soll geschaffen werden, eine "GmbH in Verantwortungseigentum" (VE-GmbH). Der unbefangene Leser denkt an Art. 14 Abs. 2 GG: "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohl der Allgemeinheit dienen." Bringt nicht jedes Eigentum Verantwortung mit sich? Was verbirgt sich hinter diesem etwas pathetisch anmutenden Begriff, der die Verantwortung für sich allein zu reklamieren scheint? Und - ist das wirklich so bahnbrechend? Die Frage stellt sich insbesondere vor dem Hintergrund einer internationalen Entwicklung, die einerseits im Rahmen von Corporate Social Responsibility und ESG (Environment, Social, Governance) in zunehmendem Maße unternehmerische Verantwortung von (allen) kommerziellen Unternehmen fordert, andererseits aber auch darüber hinaus in Nord- und Südamerika in Gestalt der (Public) Benefit Corporations ((P)BC) und der Sociedades de Beneficio e Interés Coletivo (BIC)  und in Italien in Form der Società Benefit spezielle Modifikationen der traditionellen for-profit Unternehmensformen hervorgebracht hat, die gemeinwohlorientierte Unternehmensziele speziell verankern,  zulassen und schützen.

          Die VE-GmbH ist initiiert von einer neuen Generation von Start-ups, die die Nachhaltigkeit und Beständigkeit von Familienunternehmen und -stiftungen imitieren sowie eine Gemeinwohl- und Stakeholderorientierung durch Einführung einer neuen Rechtsform erreichen wollen. Der Entwurf spricht von jetzigen und künftigen Gesellschaftern als einer "Fähigkeiten- und Wertefamilie" mit dem Ziel, an bestimmten Werten festzuhalten und nicht kurzfristige finanzielle Interessen zu verfolgen. Dies sind zweifelsohne wünschenswerte Ziele.  Die Frage ist nur, ob sie mit der im VE-GmbH-Entwurf vorgesehenen Konstruktion erreichbar sind oder nicht mehr Probleme aufwerfen als sie lösen. Auch fragt sich, ob es nicht in Form der Benefit Corporations international bewährte (und von Italien bereits übernommene) Blaupausen gibt, die - minimalinvasiv hinsichtlich des bestehenden Gesellschafts- und Steuerrechtssystems - in die gleiche Zielrichtung gehen. 

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