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No-Deal-Brexit : Zollbürokratie kann nach Brexit Milliarden kosten

Bild: dpa

Bei einem britischen EU-Austritt ohne Abkommen drohen hohe Kosten durch die neue Zollbürokratie.

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          Im Fall eines britischen EU-Austritts ohne Abkommen werden der Wirtschaft auf der Insel und in der EU jährlich Milliardenkosten durch neue Zollbürokratie entstehen. Darauf weist das britische Zoll- und Finanzamt HMRC in einem neuen Bericht hin, der erstmals detaillierte Angaben macht. Die Beamten schätzen die Kosten für die britischen Unternehmen als auch für die Wirtschaft auf der EU-Seite auf jeweils 7,5 Milliarden Pfund Kosten im Jahr – allein durch das Ausfüllen von Import- und Exportformularen. Diese Zahl enthält noch nicht die zusätzlichen Kosten durch Zölle, sondern allein den Zeitaufwand für Zoll- und Mehrwertsteuererklärungen.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Jedes Jahr würden etwa 215 Millionen solche Zollerklärungen nötig werden, wenn es nach einem EU-Austritt ohne Abkommen (No-Deal-Brexit) zu einem Ende der Zollunion und damit zu Zollkontrollen komme. 245 000 Unternehmen seien betroffen, die Waren importieren oder exportieren. Die Kosten je Transaktion variierten: Sie lägen zwischen 15 und 56 Pfund je nach Größe und Art der Sendung. Die Zollbeamten schätzen den Zeitaufwand für die Erklärung einer Großhändlerlieferung auf eine Stunde und 45 Minuten. Alle Kosten würden in etwa gleicher Höhe sowohl auf der britischen Seite als auch auf der EU-Seite anfallen. Die Regierung biete Schulungen und IT-Programme für Unternehmen an, um die Zollformalitäten schneller zu erledigen.

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