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Telekom arbeitet mit RKI : Handydaten für den Viruskampf

Zur Überwachung der Corona-Ausbreitung wertet das Robert-Koch-Institut (RKI) Handydaten aus. Bild: dpa

Die Deutsche Telekom liefert Bewegungsprofile der Deutschen an das Robert-Koch-Institut – um im Kampf gegen das Coronavirus zu helfen. Früher war man in Deutschland skeptischer bei der Erhebung von Ortsdaten.

          3 Min.

          Verfechter der Digitalisierung haben es schon immer geahnt: Technik hilft und macht das Leben der Menschen leichter. Jetzt soll sie ihren Beitrag zum Überleben leisten. Es geht um Big Data im ganz großen Stil: Zur Überwachung der Corona-Ausbreitung wertet das Robert-Koch-Institut (RKI) Handydaten aus. Damit möchten die obersten Pandemiebekämpfer beurteilen, ob die Schutzvorkehrungen wirken und ob weniger Menschen unterwegs sind. „Denn wenn die Menschen sich weiterhin so mobil verhalten, wie sie es bis vor einer Woche gemacht haben, dann wird es schwer, das Virus einzudämmen“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Mittwoch in Berlin. „Es sind aggregierte, anonymisierte Daten und keine individuellen Daten“, betonte er. Die Daten könne man sowieso kaufen, „wir kriegen sie nur diesmal umsonst“. Von der Deutschen Telekom.

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Bonner Konzern stellte dem Institut am Dienstagabend erste Daten im Umfang von fünf Gigabyte zur Verfügung. „Eine weitere Lieferung wird in der nächsten Woche folgen“, sagte ein Sprecher. Zurückhaltender zeigte sich zunächst der Konkurrent Vodafone, der noch keine Daten nach Berlin geliefert hat. Man unterstütze mit Bewegungsdaten, wenn es rechtlich zulässig sei und auf Anfrage von Regierungen, hieß es in Düsseldorf. Vom dritten großen Netzbetreiber, Telefónica, gab es zunächst keine Stellungnahme. Allerdings hat das Unternehmen schon vor mehr als drei Jahren ein Start-up namens Next gegründet, das sich auf die Verwertung der Nutzerdaten fokussieren sollte. „Mit der Datenanalyse und dem Internet der Dinge setzen wir auf die digitalen Wachstumsfelder“, hieß es damals. Auch für die Telekom sind anonymisierte Massenstatistiken zur Darstellung von Verkehrsströmen nach eigenem Bekunden „grundsätzlich nicht neu“. Schon 2015 habe man dies angeboten; als Zielgruppe wurden unter anderem Verkehrsunternehmen oder Kommunen identifiziert.

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