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Lebensmittelkennzeichnung : Farbe bekennen

  • -Aktualisiert am

Landwirtschaftsministerin Klöckner will den Nutri-Score für Lebensmittel einführen. Eine gute Nachricht, auch wenn die Kennzeichnung freiwillig sein soll.

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          In Deutschland dauert vieles länger als in anderen Ländern. Das gilt nicht nur für den Bau von Flughäfen oder die Entwicklung von Elektroautos, sondern auch für die Lebensmittelampel. Verbraucher in Großbritannien, Skandinavien und Frankreich können sich beim Einkaufen schon seit Jahren an farbigen Nährwert-Logos orientieren. Hierzulande müssen sie bis heute das Kleingedruckte studieren, um zu erfahren, wie gesund ein Produkt ist oder nicht. So mancher Lebensmittelhersteller hätte es gerne dabei belassen. Die Angst ist groß, dass mit Rot gekennzeichnete Produkte nicht mehr gekauft werden. Dass Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) nun trotzdem den französischen Nutri-Score einführen will – auf freiwilliger Basis, wohlgemerkt – ist eine gute Nachricht. Er hilft Verbrauchern, die sich gesund ernähren wollen. Und die Hersteller werden ermuntert, Rezepturen zu entwickeln, die auch mit weniger Zucker oder Salz noch schmecken. International agierende Konsumgüterhersteller haben längst verstanden, dass die Verbraucher eine bessere Nährwertkennzeichnung wollen – und dass es die Wirtschaft nicht weiterbringt, wenn sie auf dem Status Quo beharrt.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

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