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Kindesmissbrauch : Ein weiterer Beschuldigter im Fall Lügde

Bild: dpa

Gegen den 57 Jahre alten Mann wurde ein Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs eingeleitet. Er geriet durch die Vernehmung eines minderjährigen Opfers in den Fokus der Ermittler.

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          Im Fall des massenhaften Kindesmissbrauchs auf einem Campingplatz im nordrhein-westfälischen Lügde gibt es einen weiteren Beschuldigten. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten, ist der 57 Jahre alte Mann aus Steinheim bei Höxter nun erst durch eine Vernehmung eines minderjährigen Opfers in den Fokus der schon seit Anfang des Jahres arbeitenden Ermittlungskommission „Eichwald“ gekommen. Der Mann, gegen den ein Verfahren wegen schweren sexuellen Missbrauchs eingeleitet wurde, blieb zunächst auf freiem Fuß. Er besitzt auf dem Campingplatz „Eichwald“ in Lügde eine Parzelle mit einem Wohnwagen und einem Anbau.

          Reiner Burger
          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Neben der Parzelle wurde auch die Wohnung des Beschuldigten in Steinheim durchsucht. Aus Steinheim stammt auch Mario S., einer der beiden geständigen Haupttäter. S. muss sich derzeit gemeinsam mit Andreas V. vor dem Landgericht Detmold verantworten. S. und der nun neu Beschuldigte sollen sich zeitweise eine Parzelle auf dem Campingplatz in Lügde geteilt haben. Andreas V. und Mario S. hatten zum Prozessauftakt eingeräumt, über viele Jahre hinweg mehr als 30 Kinder hundertfach missbraucht und vergewaltigt zu haben.

          Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte im Innenausschuss des Landtags, das minderjährige Opfer, das den Hinweis auf den nun ebenfalls verdächtigen 57 Jahre alten Beschuldigten gegeben habe, sei erstmals am Mittwoch befragt worden. Unmittelbar darauf hätten die Durchsuchungen begonnen. Der Minister schloss nicht aus, dass sich die Zahl der Verdächtigen noch erhöhen könnte. Auch weitere, bisher noch nicht befragte Kinder, würden von der Ermittlungskommission angehört. Das Wichtigste sei zunächst aber gewesen, dass der Strafprozess habe beginnen können. Der 57 Jahre alte Mann sei im Verlauf der Ermittlungen wie andere Parzellenbesitzer auch schon einmal befragt worden. Damals hätten sich aber keine Hinweise ergeben, die eine Durchsuchung seines Grundstücks notwendig gemacht hätten.

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