https://www.faz.net/-irf-acmi3

Einspruch exklusiv : Ist Humboldt tot?

  • -Aktualisiert am

Ein Restaurator reinigt die Statue des Naturwissenschaftlers Alexander von Humboldt vor der Humboldt Universität in Mitte, 17. Juli 2020 Bild: dpa

Die Universitäten haben die Corona-Beschränkungen gemeistert und sind daran sogar gewachsen. Doch Wissenschaft lebt von Diskurs und Präsenz. Zeit, sie wiederherzustellen. Ein Gastbeitrag.

          6 Min.

          Dieser Tage streiten Universitäten, wie sie ihr nächstes Semester planen sollen: vor allem in Präsenz, vor allem digital, hybrid oder sonst wie, ggf. ein wenig von allem. Die Geimpften und die Genesenen, aber auch jene, die sich aufgrund gesundheitlicher Risiken nicht impfen lassen können und jene, die dies schlicht nicht wollen – sie alle sind dabei zu bedenken. Und natürlich stellt sich dabei auch die Frage, ob alle, die sich impfen lassen können und wollen, dazu bis Herbst auch die Chance gehabt haben werden.

          Sollen Test-, Abstands- und Maskenregeln weiter gelten, wenn allen ein Impfangebot gemacht werden konnte? Die klassischen großen Vorlesungen, namentlich Anfängervorlesungen, die die Grundlagen legen, wären dann schon aus Raumgründen weiterhin nur digital möglich, nicht in Präsenz. Erstsemester würden dann am Universitätsleben vor Ort kaum partizipieren. Müsste nicht – selbst für die Allervorsichtigsten – jedenfalls ein Testregime genügen, oder soll aus Kostengründen tatsächlich ein weiterer Erstsemester-Jahrgang in die digitale Welt verbannt bleiben? Sogar noch weitergehend fragt sich: Sollen die, die sich nicht impfen lassen wollen, wenn letztlich alle dies könnten, ausgeschlossen werden? Kann man sie – aber auch die anderen – dann nicht darauf verweisen, dass sie sich hätten schützen können?

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Die Ästhetik von rechtsextremen Influencerinnen passt in die heile Instagram-Welt aus modisch gekleideten Menschen, Tierjungen und Traumstränden. (Symbolfoto)

          Rechtsextreme Influencerinnen : Das nette Nazi-Mädchen von nebenan

          Rechtsextreme Influencerinnen suchen in den sozialen Medien nach Anhängern. Mit Frisurentipps, Backrezepten und Aufnahmen vor grünen Landschaften wirken sie zunächst unverfänglich – doch der Schein trügt. Eine Recherche.
          Alles so schön bunt hier: eine Gasse in Basel. In der Schweizer Stadt fanden im vorigen Jahr Demonstrationen der Black-Lives-Matter-Bewegung statt, die Martin R. Dean ermutigten, über seine Erfahrungen als „nichtweißer“ Autor zu sprechen.

          Was die Sprache verändert : Ade, du weiße Selbstverständlichkeit

          Der Schriftsteller Matthias Politycki hat kürzlich begründet, warum er Deutschland verlassen hat: Politisch korrekte Sprachregelungen mache ihm das Schreiben unmöglich. Ihm antwortet nun ein Freund und Kollege.