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Vorwürfe im Fußball : Einstellung im Fall Petersen

Knifflige Frage: Wer verdient wie viel im Fußball? Bild: Picture-Alliance

Gegen Andreas Petersen, Vater von Bundesliga-Profi Nils Petersen, lief ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Manipulation eines berufssportlichen Wettbewerbs. Dies wurde nun eingestellt – mit einer erstaunlichen Begründung.

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          Die Staatsanwaltschaft Magdeburg sieht in den Fußballspielen der Regionalliga Nordost keinen berufssportlichen Wettbewerb im Sinne des Strafgesetzbuches. Das sagte Oberstaatsanwalt Frank Baumgarten der F.A.Z., nachdem zunächst die „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ darüber berichtet hatten. Seine Behörde habe die Einkommensverhältnisse der Spieler überprüft und daraufhin eine Ermessenentscheidung getroffen: Sie stellte das Ermittlungsverfahren gegen Andreas Petersen, den früheren Sportdirektor des Regionalligaklubs Germania Halberstadt, wegen des Verdachts der Manipulation eines berufssportlichen Wettbewerbs (§ 265d StGB) ein.

          Der Vater von Bundesligaprofi Nils Petersen soll vor dem Ligaspiel zwischen dem SV Babelsberg 03 und Halberstadt (3:1) am 30. November 2018 versucht haben, Einfluss auf das Ergebnis zu nehmen. Petersen habe telefonisch zwei Babelsberger Spielern Geldzahlungen in Aussicht gestellt, wenn sie schlecht spielen würden. Petersen bestreitet den Manipulationsvorwurf. Er hatte von einem „Jux“ gesprochen. Das Sportgericht des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) hatte einen Manipulationsversuch als belegt angesehen und Petersen zwölf Monate gesperrt sowie eine Geldstrafe von 6000 Euro verhängt. Dieser ging in Berufung, auf Grund einer Erkrankung ruht dieses Verfahren derzeit.

          Gegen die Entscheidung der Staatsanwaltschaft, das strafrechtliche Ermittlungsverfahren einzustellen, hat der SV Babelsberg Beschwerde eingelegt. Über diese entscheidet nun die Generalstaatsanwaltschaft in Naumburg.

          Nach Darstellung der Babelsberger sind die Spieler des eigenen Kaders zumeist nicht ausschließlich Fußballspieler, sondern studierten oder verdienten sich „auf 450-Euro-Basis“ zusätzliches Einkommen. Ihren Hauptverdienst erzielten sie allerdings durch die Spiele in der vierthöchsten Spielklasse. Ein Zusammenhang zu möglicherweise illegalen Sportwetten sahen weder der NOFV noch die Staatsanwaltschaft, so dass nicht wegen des Verdachts des Sportwettbetrugs gemäß § 265c StGB ermittelt wurde. Dieser setzt keinen berufssportlichen Wettbewerb voraus.

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