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Schottischer Regierungschef : 14 Frauen belasten Alex Salmond schwer

Schwere Vorwürfe gegen Alex Salmond Bild: EPA

Alex Salmond war sieben Jahre lang Ministerpräsident in Schottland. In dieser Zeit soll er Frauen sexuell belästigt haben – und auch versucht zu vergewaltigen. Der Prozess könnte politische Folgen für Nicola Sturgeon haben.

          2 Min.

          Ein Vierteljahrhundert lang war Alexander Salmond die überragende Figur der Schottischen Nationalpartei (SNP), und mehr als sieben Jahre lang regierte er in Edinburgh als Ministerpräsident – jetzt steht er als Angeklagter vor Gericht. Anfang der Woche begann das Verfahren vor dem schottischen High Court, in dem ihm 14 sexuelle Übergriffe, darunter versuchte Vergewaltigung, zur Last gelegt werden. Salmond, den die amtierende Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon oft als ihren „Freund und Mentor“ bezeichnet hat, bestreitet alle Vorwürfe. Der Prozess bannt nicht nur den Boulevard, er beschäftigt die politischen Strategen. Sein Ausgang könnte die Karten in Schottland neu mischen.

          Jochen Buchsteiner

          Politischer Korrespondent in London.

          Am Montag und Dienstag hörte das Gericht von einer „Frau H“, wie Salmond sich in seiner Regierungsresidenz nackt auf sie „gestürzt“ habe. Neun weitere Frauen werden in den kommenden Wochen aussagen. Erste Vorwürfe waren 2018 laut geworden, als Salmond, der nur noch eine umstrittene Fernsehshow bei dem von Moskau finanzierten Sender RT moderierte, öffentlich über einen Wiedereinstieg in die Politik nachdachte. Nach dem Unabhängigkeitsreferendum von 2014, das gegen die von ihm propagierte Separation ausfiel, hatte er sich zurückgezogen. Er saß noch eine Weile im britischen Unterhaus, aber bei den Wahlen von 2017 verlor er seinen Wahlkreis.

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