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Vorwurf Scheinbeschäftigung : Fünf Jahre Haft für François Fillon gefordert

Der frühere französische Premierminister François Fillon trifft am Dienstag in Paris im Gerichtsgebäude ein. Bild: AFP

Die Staatsanwaltschaft wirft dem früheren französischen Premierminister vor, aus „Geldgier“ öffentliche Mittel veruntreut zu haben. Das Beschäftigungsverhältnis seiner Ehefrau in der Nationalversammlung sei „fiktiv und gespielt“ gewesen.

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          Für den früheren Premierminister François Fillon soll es keine Bewährung geben: Der Pariser Staatsanwalt hat am Dienstag am Ende des Strafprozesses insgesamt fünf Jahre Haft für Fillon wegen Veruntreuung öffentlicher Mittel gefordert, davon soll er mindestens zwei Jahre in einer Haftanstalt verbüßen. Das Plädoyer des Staatsanwalts Aurélien Létocart hörte sich streckenweise wie eine Abrechnung mit dem politischen System an.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Létocart zitierte eine frühere Aussage des Politikers Fillon, um seine Anklage zu stärken: „Es gibt eine soziale Ungerechtigkeit zwischen denjenigen in Frankreich, die hart arbeiten und denjenigen, die nichts tun und von öffentlichen Mitteln profitieren.“ Fillon hat aus Sicht des Staatsanwalts keinen stichhaltigen Beweis erbringen können, dass seine Ehefrau Penelope tatsächlich als parlamentarische Mitarbeiterin Tätigkeiten verrichtete, die ihrem Monatsgehalt in Höhe von bis zu 5000 Euro entsprachen.

          Aus „Geldgier“ habe Fillon das Beschäftigungsverhältnis mit seiner Frau abgeschlossen, das „fiktiv und gespielt“ gewesen sei. Die fünffache Mutter Penelope Fillon habe nicht einmal den gesetzlichen Schwangerschaftsurlaub genommen oder den vorgesehenen Jahresurlaub abgerechnet, beklagte der Staatsanwalt.

          Er plädierte für eine Haftstrafe von drei Jahren auf Bewährung für Penelope Fillon. Das Ehepaar soll zudem eine Geldbuße in Höhe von 375.000 Euro entrichten. An diesem Mittwoch kommt die Verteidigung des Ehepaars zu Wort.

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