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Einspruch exklusiv : Ein bloß taktisches Gutachten

  • -Aktualisiert am

Eröffnungszeremonie der internationalen Meisterschaft im eSport-Spiel „Dota 2“ in Shanghai am 20. August 2019 Bild: AFP

Ein vom DOSB in Auftrag gegebenes Gutachten zur Gemeinnützigkeit von eSport stellt fest, dass es sich schon gar nicht um Sport handele, darauf entbrennt eine lebhafte Debatte. Sparen können hätte man sich beides: Gutachten und Diskussion.

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          Es gibt im Wesentlichen drei Wege, auf denen eSport-Vereine und -Verbände als gemeinnützig anerkannt werden können: Entweder der eSport-Verband lässt sich mit seinen Aktivitäten unter das Regelbeispiel „Förderung des Sports“ im Sinne von § 52 Abs. 2 Nr. 21 Abgabenordnung (AO) subsumieren, was voraussetzen würde, dass es sich bei eSport um Sport im steuerrechtlichen Sinne handelt. Oder die Tatbestandsmerkmale der Öffnungsklausel des § 52 Abs. 2 S. 2 AO werden erfüllt – dann müsste eSport die Allgemeinheit „auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet“ fördern. Oder aber der Gesetzgeber ergänzt § 52 Abs. 2 Nr. 21 um eine Klarstellung, dass E-Sport wie Sport behandelt werden soll, ohne im eigentlichen Sinn des Wortes Sport zu sein – eine entsprechende Sonderregelung gibt es schon seit langer Zeit für Schach.

          Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat mit diesen Entscheidungen nicht viel zu tun. Seine Einflussmöglichkeiten hierauf außerhalb des politischen Raums sind beschränkt. Freilich: Nähme der DOSB den eSport-Bund Deutschland (ESBD) als Mitglied auf, hätte das für die Beurteilung der verschiedenen rechtlichen Sportbegriffe durchaus eine Indizwirkung. Danach sieht es allerdings nicht aus: Der DOSB und Teile des organisierten Sports haben in den Anfangstagen des eSports recht deutlich gemacht, was sie von einer formalen Anerkennung halten: wenig bis nichts. Im Laufe der Zeit hat sich die Einstellung einiger Verbände und Großvereine zwar gewandelt: Diverse DFB-Mannschaften, u.a. Schalke, der 1. FC Köln und der VfL Wolfsburg unterhalten beziehungsweise sponsern eigene eSport-Teams. Dementsprechend hat der DOSB seinen Mitgliedern im Dezember 2018 mehr Spielraum zugebilligt: Beim „Virtuellen Sport“, also der Virtualisierung von im DOSB bereits vertretenen Sportarten, dürfen die Mitgliedsverbände in ihrer Autonomie verwalten und entwickeln. Einer besonderen Aufnahme dieser Aktivitäten in den DOSB unter einem eSport-Label bedürfe es nicht. Aber – wie praktisch! – die Verbände dürfen dem DOSB auch die rein virtuellen Sportler bereits als Mitglieder melden. Dann spricht aber vieles dafür, dass bereits dieser Sportbestandteil dem Sportbegriff des § 52 Abs. 2 Nr. 21 AO unterfällt, wofür sich der DOSB erst „einsetzen“ möchte.

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