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Einspruch exklusiv : Ein Recht auf Zufall

  • -Aktualisiert am

Bild: dpa

Ob Straftäter gefasst oder Ansprüche bewiesen werden können, hing bislang oft vom Zufall ab. Moderne Technologie könnte das zumindest in einigen Bereichen ändern. Aber wollen wir das?

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          Das Dasein bewusst zu gestalten und nicht dem Zufall zu überlassen, gilt gemeinhin als zivilisatorische Errungenschaft. Der Heidelberger Philosoph Wilhelm Windelband stellte bereits 1870 fest, „. . . dass alles wissenschaftliche, moralische, alles künstlerische Leben ein unermüdlicher und wenigstens in einigen Punkten stets siegreicher Kampf gegen die Zufälligkeit ist“. Vor allem in den Rechtswissenschaften teilte man Windelbands Abneigung gegen den Zufall. Otto Depenheuers Mahnung aus dem Jahre 1992, „dass nicht der Zufall [es] ist, ja, dass er es nicht einmal sein dürfe, der über das, was für den einzelnen rechtens sein soll, entscheidet“, wurde offenbar allgemein akzeptiert. Zwar wird manchmal gemurrt über die Begründungszwänge, die aufgrund der detailreichen Rechtsprechung zum Verhältnismäßigkeitsgebot immer weiter zugenommen haben. Aber der Grundgedanke, Recht an rationale Kriterien zu binden und nicht dem Zufall zu überlassen, was recht ist, schien bis in die jüngste Zeit unumstößlich.

          Das Vordringen der Künstlichen Intelligenz (KI) bringt nun aber Bewegung in die Debatte. Wenn Timo Rademacher, Juniorprofessor für das Recht der neuen Technologien an der Leibnitz Universität Hannover, vom „rechtlichen Wert des Zufalls in der KI-Gesellschaft“ spricht, klingt das nach einem Paradigmenwechsel. Ist es also Zeit für mehr Zufälligkeit? Kann Zufall ein legitimes Steuerungsinstrument sein? Gibt es gar ein Recht auf Zufall?

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