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EuGH-Urteil zum Like-Button : Bald eine Warnung für jedes Plug-In?

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Webseitenbetreiber, die einen Facebook-Like-Button auf ihrer Seite einbinden, sind nach einem Urteil des EuGH zumindest teilweise für die Datenverarbeitung durch Facebook mitverantwortlich. Das könnte weitreichende Folgen haben.

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          Dem Urteil liegt ein Streit vor dem Landgericht Düsseldorf aus dem Jahre 2016 zu Grunde. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hatte gegen die Fashion ID GmbH & Co. KG geklagt. Letztere betreibt den Online Shop des bekannten Modehauses Peek & Cloppenburg (P&C). Das Unternehmen hatte auf der P&C-Webseite sogenannte Facebook-Like-Buttons eingebunden. Der Like-Button ermöglicht es dem Besucher einer Webseite seinen Facebook-Freunden durch Klick auf den Button einen bestimmten Webseiteninhalt, zum Beispiel ein Produkt oder einen Zeitungsartikel, auf Facebook zu empfehlen. Für den Webseitenbetreiber bedeutet die Einbindung des Buttons also eine erhöhte Sichtbarkeit seines Angebots über die eigene Webseite hinaus. Diese sogenannten Social-Plug-Ins sind im Internet nicht mehr wegzudenken. Neben Facebook bieten auch soziale Netzwerke wie Twitter oder LinkedIn die Möglichkeit, Webseiten-Inhalte mit anderen Kontakten im jeweiligen Netzwerk zu teilen.

          Auslöser des konkreten Streits vor dem LG Düsseldorf waren die technische Funktionsweise des Facebook Like-Buttons und die mit dem Button einhergehende Erhebung und Übermittlung personenbezogener Daten. Besucht ein Nutzer eine Webseite mit eingebundenem Like-Button, übermittelt der Browser des Nutzers automatisch Nutzerdaten direkt an den Server von Facebook. Zu den Daten gehören die besuchte Webseite, die IP-Adresse sowie technische Angaben zum Browser. Ist der Nutzer registriertes Facebook-Mitglied und während des Besuchs der Webseite bei Facebook eingeloggt, ist es für Facebook anhand dieser Daten theoretisch möglich, Informationen über die angesehenen Inhalte mit dem Nutzerkonto des Nutzers zu verknüpfen und für nutzerspezifische Werbung zu verwenden. Durch die Setzung von Cookies soll eine solche Nachverfolgung auch möglich sein, wenn der Nutzer sich vor Besuch der Webseite bei Facebook ausgeloggt hat oder selbst gar nicht bei Facebook registriert ist.

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